Stresemann & die Stabilisierung

12 flashcardsby Tizian
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1
Gustav Stresemann
Außenminister (ab 1923, bis 1929), kurz auch Kanzler. Beendet den Ruhrkampf, leitet die wirtschaftliche und außenpolitische Stabilisierung ein. Zentrale Figur der „goldenen" Jahre.
2
Ende der Hyperinflation
Einführung der Rentenmark (1923) → Stabilisierung der Währung. Voraussetzung für Vertrauen, Investitionen und den Konjunkturaufschwung.
3
„Verständigungspolitik"
Stresemanns Linie: schrittweise Revision von Versailles durch Verständigung und Vertrauen statt Konfrontation. Ziel bleibt die Wiederherstellung deutscher Macht – aber mit friedlichen Mitteln.
4
Dawes-Plan (1924)
Neuregelung der Reparationen, US-Kredite stützen die deutsche Wirtschaft. Folge: Konjunkturaufschwung „auf Pump" – Abhängigkeit von amerikanischem Kapital (später fatal 1929).
5
Verträge von Locarno (1925)
Deutschland erkennt die Westgrenze freiwillig an. Die Ostgrenze bleibt aber bewusst offen für spätere Revision (gegen Polen). Entspannung im Westen.
6
Völkerbund (1926) & Berliner Vertrag
Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund (Rückkehr als gleichberechtigte Macht). Berliner Vertrag mit der UdSSR sichert nach Osten ab (Anknüpfung an Rapallo 1922).
7
Young-Plan (1929)
Weitere Streckung der Reparationen. Anlass für eine massive rechte Kampagne (Hugenberg/DNVP, NSDAP, „Volksbegehren gegen den Young-Plan") → Hitler wird reichsweit bekannt.
8
„Goldene Zwanziger"
Kurze Blüte (ca. 1924–1929): wirtschaftliche Erholung, kulturelle Moderne (Film, Musik, Bauhaus, Großstadtkultur Berlin). Aber: Wohlstand „auf Pump" und gesellschaftlich gespalten.
9
Trügerische Stabilität
Die Stabilisierung blieb oberflächlich: Abhängigkeit von US-Krediten, fortbestehende politische Polarisierung, ungelöste Strukturprobleme. Die Weltwirtschaftskrise legt das schonungslos offen.
10
Demokratische Mitte vs. Ränder
Die „Weimarer Koalition" und Vernunftrepublikaner stützen die Stabilisierung. Ränder (KPD, NSDAP, DNVP) bleiben systemfeindlich und nutzen jede Krise.
11
Stresemann (Selbstzeugnis)
Sein Ziel stets die Wiederherstellung der nationalstaatlichen Macht – mit friedlichen Mitteln. Erhielt 1926 (mit Briand) den Friedensnobelpreis für die Verständigungspolitik.
12
J. Fischer (Bewertung)
Stresemanns Vertragssystem brachte Westeuropa Frieden, schuf im Osten aber Unsicherheit (Revisionsabsicht gegen Polen). Die Wandlung „vom Saulus zum paneuropäischen Paulus" habe es nie gegeben – Stresemann blieb Nationalist.
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