1alltagspsychologische vs. wissenschaftliche Terminologie
- Begriffspräzision
- empirische Verankerung: latente Variablen werden mit manifesten Indikatoren verknüpft
- Relationen müssen untersucht werden, um eine sinnvolle Ordnung vorzunehmen
- prädiktive Kriteriumsvalidität
2Sedimentationshypothese
wichtige Eigenschaftsbegriffe haben sich in der Alltagssprache niedergeschlagen und sind dort als Wörter (meist Adjektive) enkodiert
3Vorgehen in psycholexikalischen Studien
1. Eigenschaftswörter (aus Lexikon) in einer Liste festhalten
2. Liste bereinigen: Synonyma und ungebräuchliche Wörter ausschließen
3. optionale Bereinigung: Ausschluss von physischen Merkmalen, kognitiven Fähigkeiten, Werten und eindeutig positiv/negativ konnotierten Wörtern
4. Likert-skalierte Selbst- und Fremdberichte
5. Explorative Faktoren-Analyse: welche Begriffe korrelieren? -> Gruppen, die interindividuelle Unterschiede beschreiben
4Definition Offenheit (Openness)
- Interesse an Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken
- mentale Tiefe, Breite, Originalität und Komplexität
- fantasievoll, intellektuell neugierig, einfallsreich vs. konventionell, desinteressiert, einfach, festgelegt, bodenständig
5Definition Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness)
- Planung, Organisation und Durchführung langfristiger Aufgaben
- zielorientierte Impulskontrolle/Organisiertheit
- gründlich, diszipliniert, zielstrebig vs. gleichgültig, unbeschwert, nachlässig, ziellos
6Definition Extraversion
- Aufsuchen und Genießen sozialer Reize und zwischenmenschlicher Interaktion -> Bedürfnis nach Stimulation und Erleben von Freude
- gesellig, gesprächig, aktiv, lebhaft vs. zurückhaltend, schüchtern, gehemmt, passiv
7Definition Verträglichkeit (Agreeableness)
- harmonieherstellende Verhaltensweisen in sozialen Beziehungen
- prosoziale, gemeinschaftliche Orientierung
- gutmütig, vertrauensvoll, wohlwollend, altruistisch vs. kalt, streitlustig, misstrauisch, wetteifernd
8Definition Neurotizismus (vs. emotionale Stabilität)
- Ansprechbarkeit für negative Emotionen, instabile Emotionalität
- stressanfällig, nervös, unsicher vs. entspannt, selbstsicher, robust, ruhig
9Bewertung der Big Five
- Taxonomie statt Theorie: sparsame, effiziente, deskriptive Zusammenfassung alltagspsychologisch repräsentierter Eigenschaften
- keine funktionale Analyse
- Dimensionen/Domänen umstritten -> vor allem für Selbstberichte passend, aber ungeeignet für z.B. Verhaltensbeobachtung
- Fünf Faktoren je nach verwendeter Sprache nicht deutlich abgrenzbar
- umstrittene Hierarchie; ggf. übergeordnete Faktoren: Big One (Antworttendenz sozialer Erwünschtheit, soziale Wirksamkeit) oder Big Two (Stability vs. Plasticity, Alpha vs. Beta, Communion vs. Agency)
- Bandweite vs. Genauigkeit -> deckt nicht alle Facetten ab
10Big Six: HEXACO
- Honesty/Humility da in vielen Sprachen hinreichend von Verträglichkeit verschieden (Aufrichtigkeit, Fairness, Gier-Vermeidung, Bescheidenheit)
- Emotionality statt Neurotizismsu
- XACO = wie Big 5
11Merkmale von Traits
- kontinuierliche Dimension
- operationalisierbar
- Biologie + Umwelt
- Hierarchien möglich (z.B. Domänen, Facetten, Nuancen)
12essenzialistische Perspektive
- Traits existieren in biophysiologischen Strukturen
- diese bedingen ABCDs
13deskriptive Perspektive
- Traits fassen vergangenes Erleben und Verhalten zusammen
- ABCDs werden zu Einschätzung von Traits herangezogen
14konditionale Perspektive
- Traits sind zeitlich stabile Wenn-Dann-Verknüpfungen
- wenn Situation X dann Reaktion Y