09: Persönlichkeit im Kontext sozialer Beziehungen

10 flashcardsby greta
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1
Definition soziale Beziehungen
- Personen-Paare, Dyaden
- menschliches Grundbedürfnis: need for social relatedness, need to belong
- Voraussetzung für Wohlbefinden, körperliche und psychische Gesundheit
- anfangs stark durch soziale Normen geprägt, später durch gemeinsame Geschichte und Persönlichkeiten -> Entstehen einer persönlichen Beziehung
2
Relevanz sozialer Beziehungen bei Persönlichkeit
- Persönlichkeitseigenschaften äußern sich in sozialen Beziehungen
- alle Persönlichkeitseigesnchaften beeinflussen Entwicklung und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen
3
Modell der Persönlichkeits-Beziehungs-Transaktionen
- von Persönlichkeit ausgehende Selektionseffekte auf Beziehungen (Selektion, Aufrechterhaltung und Veränderung)
- von Beziehungen ausgehende Sozialistionseffekte auf Persönlichkeit (Commitment und Kontinuität)
- Selektion dabei stärker als Sozialisation
4
Social Relations Modell (SRM)
- Varianzkomponentenzerlegung von Sozialverhalten und interpersoneller Wahrnehmung
- Interpersonelle Wahrnehmung: Perceiver (wie nimmt A wahr?), Target (wie wird B wahrgenommen?) und Relationship (wie nimmt A speziell B wahr?)
- Sozialverhalten: Actor (wie verhält sich A?), Partner (wie wird sich gegenüber B verhalten?) und Relationship (wie verhält sich A speziell gegenüber B?)
- versch. Effekte siehe Schaubild
5
Grundideen des Personality and social Relationships (PERSOC) Modell
- integratives Modell, um soziale Dynamiken mithilfe der Persönlichlkeiten der Akteure zu verstehen
- Mensch als soziales Wesen; man definiert sich über Beziehungen
- Persönlichkeit formt soziale Reputationen
- tägliches Miteinander wird durch Persönlichkeiten und Reputationen mitbestimmt
- Traits manifestieren sich in sozialen Situationen
- Analyse basierend auf Komponenten (Actor/Perceiver, Partner/Target, Beziehungen), Variablen, Prinzipien und Anwendungen
6
Prinzipien des PERSOC-Modells
- Dispositionsprinzip: Persönlichkeits- und Beziehungsdispositionen als Grundlage
- Interaktionsprinzip: Entwicklung zwischen o.g. Dispositionen durch soziale Interaktionen
- Verhaltens- und Wahrnehmungsprinzip: jeweils bidirektional und komponentiell
- Prozessprinzip: Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeit und Beziehungen auf individueller und dyadischer Ebene
7
Relationship Aptitude Perspective
- Annahme: Traits sind förderlich oder hinderlich für soziale Beziehungen
- Art der Beziehung und vorherzusagendes Konstrukt sind zu berücksichtigen
- Auch Dauer der Beziehung: hypothetisch (awareness), Erstkontakt (surface) oder persönliche Beziehung (mutuality)
8
Eastwick & Finkel: Speed-Dating Studie, 2008
- Erzeugen einer surface-Beziehung
- ideale Partnerpräferenzen haben keine Vorhersagekraft dafür, wen die Singles wiedersehen wollten-> ideale Traits sind abstrakt; werden eher in abstrakten, hypothetischen Szenarien herangezogen
- allgemein bevorzugte Eigenschaften: Attraktivität, Einkommen, interessant, responsiv, verlässlich/vertrauenswürdig und freundlich/nett -> Kausalrichtung?
9
Asendorpf, Penke & Back: Berlin Speed-Dating Study, 2011
- jede:r traf 12 andere und wurde durchschnittlich 3,8-mal als potentielle:r Partner:in ausgewählt -> davon 1,3 Treffer
- nach einem Jahr: GV in 5,8%; Beziehung in 4,4%
10
Wann wird eine Beziehung fortgesetzt?
- Partnerschaftszufriedenheit (intraindividuell) und -stabilität (dyadisch) -> es gibt auch unzufrieden-stabile Beziehungen
- Risikofaktoren für Unzufriedenheit und Trennung: Neurotizismus (+), Verträglichkeit (-), Gewissenhaftigkeit (-)
- Akteureffekte sind stärker als Partnereffekte -> Persönlichkeit > Dyade
- geringe Ähnlichkeitseffekte auf Partnerschaftsqualität; ähnliche Paare eher durch Selektion des sozialen Umfelds
- Ähnlichkeit folgender Einstellungen förderlich: Politisierung (radikal vs. gemäßigt), Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit
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