Psychologie IV

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1
Definition Persönlichkeitspsychologie
Beschreibung und Erklärung der individuellen, weitgehend zeitstabilen, nicht pathologischen Beseonderheiten des Erlebens und Verhaltens
- versus Allgemeine Psychologie (Grundlage des Erlebens und Verhaltens, die alle Menschen gemeinsam haben)
- versus Klinische Psychologie (pathologische Merkmale, deren Veränderung z.B. Störung der persönlichkeit, Extreme)
im deutschsprachigen Raum oft Unterscheidung zwischen Persönlichkeitspsychologie (Betonung der einzigartigen menschlichen Persönlichkeit) und Differentielle Psychologie (Vergleich von interindividuellen Unterschieden im Erleben und Verhalten)
2
Einheiten der Persönlichkeit können sein:
eigenschaftsorientierter Ansatz: (Persönlichkeitsmerkmale durch verbale Beschreibungen)
dynamische soz.-kog. Ansätze: (Motivation, Fertigkeiten, Narrative Identität) -> Mensch als Geschichtenerzähler seiner eigenen Biographie)
3
Persönlichkeitsdefinition Gordon W. Allport
ist die dynamische Ordnung derjenigen psychophysischen Systeme im Individuum, die seine einzigartigen Anpassungen an seine Umwelt bestimmen
- als einer der ersten um "wertneutrale" Definition bemüht (geizig vs. sparsam)
- eine Person könnte 5 oder 50 Eigenschaften "besitzen"
- verwendete als einer der Ersten den Begriff "traits"
- ideografischer Ansatz
Lexikalischer Ansatz:
-sekundäre Mermale:
beziehen sich auf Einstellungen und Vorlieben, oft nur in bestimmten Situationen oder unter bestimmten Umständen (z.B. Angst vor öffentlichen Auftritten)
- zentrale Züge:
allgemeine Merkmale, Fundament der Persönlichkeit, beschreibt die wichtigsten Merkmale (z.B. intelligent, ehrlich etc.)
- kardinale Züge:
selten und dominant, entwickeln sich i.d.R. erst später im Leben, nur wenige Menschen entwickeln diese, fundamentale Züge. um welche Person ihr Leben aufbaut (z.B. Mutter Theresa)
4
Persönlichkeitsdefinition Hans J Eysenck
Persönlichkeit am besten als eine große Menge an Eigenschaften beschreiben lässt, dass diese Eigenschaften in gewissen Bündeln (clusters) miteinander zusammenhängen; diese Bündel sind empirische Basis für Konzepte höherer Ordnung (Typen) oder Dimensionen der Persönlichkeit
- alle Personen haben bestimme Ausprägung an gleichen Dimensionen, man kann damit Vergleiche anstellen
- nomothetischer Ansatz

Allgemeine Typen/Dimensionen der Persönlichkeit
1. Extraversion - Introversion
2. Neurozitismus - Stabilität (Emotionalität)
(3. Psychozitismus vs. Impulskontrolle/Realismus)
--> meint Persönlichkeit sei angeboren (biologischer Standpunkt) und die Dimensionen sind universell gültig
1. Kulturübergreifend: Untersuchungen in 24 Ländern bei Männern wie Frauen
2. Genetische Grundlage: Untersuchung von Zwillingen
3. aber Beitrag der Umwelt: Modifikation v.a. durch Sozialisationserfahrungen in Kindheit
(Screenshot)

Positiv: Erklärungsmodell
Extraversion: niedriges Erregungsniveau, suchen Stimulation
Introversion: hohes Erregungsniveau, meiden Stimulation
-> Extrovertierte haben höhere Scherztoleranz, verarbeiten ihre Erkältung besser, sind weniger empfindlich gegenüber Erkältungsviren
geselligerer Umgang, lautere Musik rauchen, Alkohol, hellere Farben, variantenreicheres Sexualverhalten, Netzwerk von Freunden, in Krise eher hilfesuchen, mehr Karrierechancen, Arbeitsplatzwechsel, Partnerwechseln, machen mehr Pausen beim Lernen

Eysenck Personality Inventory (EPI)
- ab 14 Jahren
- zwei Parallelformen A und B aus jeweils 57 Items
- je 24 zu Extraversion/Intoversion und zu Neurozitismus, 9 Lügenitems
- dichotomes Antwortformat (Ja, Nein)
- Normen veraltet
5
Definition Persönlichkeit
- aus dem lateinischen "persona" -> "Person", "Maske", "Rolle"
- hypothetisches, latentes Konstrukt, indirekt messbar durch Gefühle, Gedanken, Verhaltensweisen
- es gibt keine universelle gültige Definition
Psychologische Definition: Gesamtheit aller, relativ zeitstabiler, Merkmale des Erlebens und Verhaltens, die ein Individuum einzigartig macht und durch die es sich von anderen unterscheidet -> "stabile Erlebens- und Verhaltenstendenzen"
6
Ideografischer Ansatz; gr. idios "eigen" & graphein "beschreiben" ; Persönlichkeitspsychologie
- Beschreibung des Einzelnen
- Strategie: Einzigartigkeit des Individuums (Eigenschaften unabhängig von Anderen, unterschiedliche Anzahl von Eigenschaften/Merkmalen möglich)
- Ziel: tiefergehendes Verständnis des Einzelnen (Vorteil)
- Methode: qualitativ (Einzelfallstudien)
- Daten: Interview, Tagebücher, Erzählungen (qualitativ)
- Vorteil: komplexes Bild der PSK
- Nachteil: keine Aussage über individuelle Besinderheiten möglich, da i.d.R. kein (systematischer) Vergleich, keine Generalisierungen
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Nomothetischer Ansatz ; gr. nomos "Gesetz" & thesis "aufbauen" ; Differentielle Psychologie
- Gesetzmäßigkeiten in Gruppen/Stichproben
- Strategie: Gemeinsamkeiten verschiedener Individuen, Beschreibung von inter-individuellen Unterschieden in Pers.-Merkmalen
- Ziel: Identifikation eienr Basisstruktur der Persönlichkeit, allgemeingültige, generalisierbare Aussagen
- Daten: PSKfragebögen (quantitativ) u.a. Korrelationen
- Vorteile: allgemeine Prinzipien, Normen für Gruppen erstellbar, Vergleich von Persönlichkeitstypen/-profilen
- Nachteil: reduktionistisch
-- Persönlichkeit als ein Muster jeweiliger Ausprägungen in universellen, allen gemeinsamen Eigenschafts(Trait)dimensionen
- Ansätze schwieriger Gegensatz oder notwendige Ergängzung?

FFM methodische Besonderheiten:
- Durchschnittswerte über viele Individuen: Verhaltensweisen als Populationsmeter beschreibt Population aber nicht ein einzelnes Mitgleid; schwierig individuelle Vorraussagungen zu tätigen
- Durchschnittswerte sagen wenig über inter- und intra-individuelle Besonderheiten in Prozessen, die für Verhaltensvariation verantwortlich sind; Moderatorvariablen (motivational, emotional, kognitiv)
--> Verhaltensweisen, die unter einem Facettenmerkmal zusammengefasst sind, sich in unterschiedliche Richtungen im gleichem Maße verändern, könne sie sich aufheben; d.h Verhaltensweisen haben sich verändert, dies ist aber nicht im Facettenaggregat erfasst
8
Jens Asendorpf
Persönlichkeit ist Gesamtheit aller nichtpathologischen Persönlichkeitseigenschaften, individueller Besonderheiten in der körperlichen Erscheinung und in Regelmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens, in denen sich jemand von Gleichaltrigen derselben Kultur unterscheidet
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weitere Begriffe:
Konstrukt: nicht beobachtbar, aus Beobachtung erschließen
Disposition: Wahrscheinlichkeit/Verhaltenstendenz, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, zeitstabilder als Verhalten, aber nicht direkt beobachtbar, abhängig von äußeren und inneren Bedingungen
Umweltvariablen: Situation
Habit: Verhalten druch spezifische Sit. ausgelöst, z.B. Rauchen nach dem Essen
Personenvariablen: Eigenschaft (trait) verus State (Zustand)
(Screenshot)
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Linsenmodell
Wie kommen Beobachter augrund von wenig Infromation zu einen teilweise erstaunlich zutreffenden Persönlichkeitsurteil?
- Personen drücken ihre Eigenschaften in bestimmten wahrnehmbaren Hinweisreizen aus und wer diese Merkmale wahrnimmt, kann daraus Schlüsse auf die Perönlichkeit ziehen
- Voraussetzung: PSKmerkmale äußert sich direkt in beobachtbarem Verhalten und Verhalten wird von Beobachter richtig interpretiert
(Screenshot)
11
Lexikalische Hypothese; Sir Francis Galton
Annahmen:
1. Wichtige Eigenschaftsbegriffe zur Beschreibung von Personen finden sich in der Sprache, hat Eigenschaften mittels Wörterbuch identifiziert
2. Häufigkeit des Gebrauchs eines Wortes korreliert mit Bedeutsamkeit (X)
3. Anzahl Synonyme korreliert mit Bedeutsamkeit
4. kulturübergreifend

z.B. Allport hat für den englischsprachigen Raum rund 18.000 zur Beschreibung individueller Unterschiede; von diesen 4.504 Persönlichkeitseigenschaften
--> Eigenschaftstaxonomien (= Wortlisten verkürzen und in sinnvolle Ordnung bringe)
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Lexikalischer Ansatz - Vorgehen
1. Extraktion von Eigenschaftswörter aus dem Lexikon Festhalten in einer Liste
2. Liguistische Bereinigung durch Ausschluss von Synonymen, seltenen/veraltetenngebräuchlichen Wörtern, Fremdwörtern und Fachbegriffe
3. Semantische Bereinigung (optional) durch Ausschluss von physischen Merkmalen, kognitiven Fähigkeiten, Werten, Einstellungen, Tugenden und Religiösität
4. Selbst- und Fremdberichte auf den Wörter einholen (Ratings)
5. Faktorenanalyse (Cattell) der Berichtdaten (Reduzierung der manifesteneobachtbaren Daten auf wenige latente/nicht-beobachtbare Dimensionen/Faktoren)
(Screenshot)

statistische Reduktion einer großen Menge von Daten mittels Faktorenanalyse:
- Eigenschaftslisten werden Personen vorgelegt, die ankreuzen, welche Begriffe auf sie zutreffen -> festgestellt, welche Items auf einem Faktor "laden" und wie viele Faktoren den Daten zugrunde liegen
- Ziel: wenige Eigenschaften, die Grundstruktur der Persönlichkeit bilden, übrig bleiben die Faktoren, die maximal zwischen den Individuen diskriminieren
Charles Spearman, Erfinder der Faktorenanalyse und Lehrer von R. Cattell
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Raymond Cattell
4.504 persönlichkeitsrelevante Begriffe von Allport & Odbert auf 171 Gegensatzpaare reduziert
- 60 Oberflächeneigenschaften (offenkundiges Verhalten)
- 16 Primärdimensionen (zugrundeliegende Persönlichkeitseigenschaft)
(Datenquellen Screenshot, Primärdimensionen)
- Sixteen Personality Factor Questionnaire (16 PF-R); ab 18 Jahren, nach Geschlecht und Alter differenzierte, repräsentative Normen
- Bearbeitungsdauer: 30 bis 45 Minuten
- eigentlich veraltet, wird aber in einigen Kontexten noch verwendet

- 16 Faktoren nie vollständig repliziert, teilweise Überlappung der Faktoren
- Reduktionsverfahren subjektiv und spekulativ
- eigener Standpunkt überbetont

+ sehr produktiv
+ empirisches Vorgehen: Faktorenanalyse
+ 16 Faktorenmodell Basis für viele weitere (reduzierte Modelle)
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variablenorientierter Ansatz
- Vergleich von Profilen und der Ausprägung der einzelnen Dimensionen
- Vergleich von Personengruppen aufgrund von z.B. 2 Eigenschaftsdimensionen
(Screenshot)
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Personenorientierter Ansatz (RUO-Typen)
Resilienter Typ R: ca. 50%
Unterkontrollierter Typ: ca. 25%
Überkontrollierter Typ: ca. 25%
(Screenshot)
16
Unternehmerpersönlichkeit (Entrepreneurial personality)
- Unkonventionalität die öfters aneckt, hohe Neugier, höheres Leistungsmotiv (Unternehmer) als Machtmotiv (Boss), hohe intrinsische Motivation, starke Identifikation mit längerfristigen Ziel und Ambiguitätstoleranz (Aushalten von Widersprüchen und Grauzonen, ohne in Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen)
--> charakteristisches Big-Five-Profil: hohe Werte in Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion;
mittlere Werte in Verträglichkeit;
niedrige Werte in Neurozitismus
- Studie; Anteil von Personen mit Profil "Unternehmerpersönlichkeit" korrespondierte damit, wie häufig Indikatoren für unternehmerische Aktivität in den Regionen anzutreffen waren
- kaum Zusammenhänge zwischen unternehmerischer Aktivität mit den einzelnen Mittelwerten der einzelnen Big-Five in diesen Regionen
- es kam auf die Kombination / das Profil von Big-Five Ausprägungen an
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Anwendung und praktische Bedeutung des FFM
- Modell verbreitet und anerkannt
- NEO-PI-R adäquates Instrument zur Messung der Wesenszüge
- Dimensionen aber nicht überlappungsfrei (am ehesten gilt, dass E & N nicht korreliert)
- Anwendung in Bereichen Berufswahl, Personalsauswahl, Persönlichkeitsdiagnose, Klinische Psychologie, Psychopathologie, Forschung
- einsetzbar im Jugend- und Erwachsenenalter

Gruppenuntersuchungen:
- einzelne BIG-Five Faktoren korrelieren mit wichtigen life outcomes (Schulerfolg/Karriere, Kriminalität, Beziehungen, psychisches Wohlbefinden, körperliche Gesundheit und Sterblichkeit)
- "Goldstand-Prädiktoren": kognitive Fähigkeiten und sozioökonomischer Status
- hohe Gewissenhaftigkeit hängt mit Erfolg in sehr planbaren berfulichen Situationen und mit Lebenserwartung zusammen
- Verträglichkeit korreliert am wenigsten mit Karriere (vorsichtig sein, meist ältere Studien)
- Unverträglichkeit vs. hohe Extraversion: beide durchsetzungsstark, aber unverträgliche Personen unterscheiden weniger zwischen wichtigen und unwichtigen Situationen
- Hohe Verträglichkeit korreliert mit Gesundheit (z.B. bessere soziale Netzwerke), feidseliges Verhalten erhöht das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen

- hohe Werte in Neurozitismus korreliert negativ mit Gesundheit; Besonderheit: hohe Werte in Neurozitismus verstärken Werte in den anderen dimensionen
- hohe Werte in Offenheit; v.a. in kreativen Berufen, Innovationsfähigkeit
- klinische Psychologie: Zusammenhang Neurozitismus - Depression -> frühzeitige Prävention durch Selbstregulationstraining
- Sensation Seeking -> höhere Werte in Extraversion
- extravertierte Personen profitieren bei der Bearbeitung einer Arbeitsgedächtnisaufgabe mehr von Koffein als Introvertierte
--> Koffein verbesserte die einfache Reaktionszeit und die Geschwindigkeit der Kodierung neuer Infromationen unabhängig von Extraversion
(Screenshot Studie)

- Extravertierte beurteilen ihr Leben als glücklicher, haben öfter Geschlechtsverkehr
- Gewissenhaftigkeit trägt zu einem für beide Seiten vorteilhaften Sexualleben bei, erhöht Engagement für den Partner (Neurozitismus gegenteilig)
- Extravertiertheit und Offenheit tragen zu vorteilhaften Sexualleben bei
- Extravertiertheit ist mit geirnger Treue assoziiert, Verträglichkeit mit höherer Treue
- verträgliche Personen äußern ihre sexuellen Wünsche seltener
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The Big Six : Hexaco
Honesty-Humility; Emotionality (Neurotiscism), Extraversion, Agreeableness, Conscientiousness, Openness to experience
- Ehrlichkeit-Bescheidenheit: Personen mit hohen Werten manipulieren weniger, befolgen faire Regeln, sind kaum an Geld und Luxus interessiert, kein ausgeprägtes Statusdenken

- in anderen Kulturen wird oft ein 6. Faktor gefunden: sozial auffällige bzw. erwünschenswerte Merkmale sind in Sprache überrepräsentiert (lexikalische Hypothese)
- führt zu "Überrepräsentation" von Faktoren, die mit sozial orientiertem Verhalten zusammenhängen
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Korrelation vs. Kausalität
- Kausalität: Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen
- hohe Korrelation bedeutet nicht, dass beide Variablen kausal miteinander zusammenhängen
- Korrelation allein ist kein Beweis für ursächlichen Zusammenhang
- kennt man alle Drittvariablen (z)?--> kausale Einflüsse nur durch experimentelle Variation möglich (geht für Sitationen aber nciht für Persönlichkeitseigenschaft; grundlegendes Problem der Persönlichkeitsforschung)
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Kritik FM; eigenschaftsorientierter Ansatz und dynamisch soz. kog. Ansatz
- FFM liefert umfassendes, aber nicht vollständiges Bild der Persönlichkeit
X (subjektive) Benennung der Faktoren, (sprachliche) Interpretation wird diskutiert z.B. "Verträglichkeit", Liebenswürdgikeit"
X fehlende Theorie (nicht theoriegeleitet/hypothesenprüfend), datengeleitet bzw. hypothesengenerierend
X deskriptive Modelle; eher biologischenetisch bedingt
X erklären nicht, wie Verhalten entsteht, bzw. Persönlichkeiten sich entwickeln und verändern kann -> schlechtere Vorhersage, trotzdem Anwendung in z.B Personalentscheidungen, jedoch führte Kritik zur Anwendung mehrerer Tests/Instrumente mit unterschiedlichen Methoden durch qualif. Personal)
X methodische Aspekte z.B. Auswahl und Zusammenstellung der Adjektive, die zu Big5 führten haben starken Einfluss; Erhebungsart -> subjektivereeinflussbarer FB, Korrelationen der Faktoren, Anzahl der Faktoren?!
- insoirierte Persönlichkeitsforschung und Methodik
- viele wissenschaftliche Veröffentlichungen
- neben kritischen Beiträgen auch zahlreiche Befunde zur positiven Validität/Gültigkeit

dynamisch soz. kog. Theorien
1. Widerspruch zwischen latenten Variablen, die interindividuelle Unterschiede in einer Population beschreiben und intraindividuellen psychologischen Tendenzen/Prozessen
2. kein konsistenter Zusammenhan. der Big-Five Eigenschaften und der Persönlichkeitsdynamik z.B. bei Personen mit mittleren Werten auf den BigFive Variablen
3. BigFive-Struktur ist nicht universell, in den meisten Sprachen oder Kulturen der Welt nicht repliziert, sondern eher nur zwei oder drei Faktoren-Strukturen
4. sehr westlich geprägt, wär niemals so populär wenn es ist anderen Sprachen eingeführt worden wäre

Einfluss der Situation aufs Verhalten
- "Personality Paradox": mangelnde Konsistenz des Verhaltens über verschiedene Situationen
- abhängig von der Stärke der Situation
- Verhalten oft stabil innerhalb bestimmter Situationstypen
- einige Personen verhalten sich "konsistenter" über Situation als andere -> Unterschied im Selbstmonitoring/Selbstüberwachung
- ausgeprägtes Selbstmonitoring führt zu "inkonsistentem" Verhalten
- kulturelle Unterschiede z.B Amerikaner beschreiben sich konsistent in verschiedenen Situationen, Japaner unterscheiden sich eher in verschiedenen Situationen (individuelles PKModell vs. Rollenmodell)

- Gedanken/Interpretation der Situation vermitteln zwischen Stimulus und Verhalten
-Prägende kontextuelle Faktoren z.B. Auswirkungen der Mutter-Kind-Interaktion auf die Biologie
- Berücksichtigung kultureller Kontexte z.B. WEIRD Länder vs. nicht-westliche Länder
- auch persönliche Ziele/Projekte

Pattern an Erinnerung, WÜnschen, Glauben, Wissen etc. sind das ICH
Personality Science: umfasst inter-individuelle Unterschiede in Struktur und intra-individuelle Prozesse & Entwicklung der PSK
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Fragebogen SÜW (Selbstüberwachung) und SMS/D Self-Monitoring Skala
- Faktor 1: Übernahme von Rollen
- Faktor 2: Auf andere Personenen gerichtete Aufmerksamkeit
- Faktor 3: Extraversion
niedrige bis mäßige Korrelation , drei Faktoren erfassen drei inhaltlich ähnliche, jedoch unabhängige Merkmale
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Selbstmonitoring
hohe Selbstüberwachung:
- beschrieben ihr Selbst eher in offensichtlichen Aspekten ihres Selbst (körperliche Merkmale, Status und Rolle)
- Kontinuum: überangepasstnverbindlich, flexibel/pragmatisch
- Prinzip der Anteilnahme und menschlicher Verbindung (geht auf Menschen und Situationen stark ein)
- wollen Situation vorher genau kennen
- beruflich erfolgreicher

niedrige Selbstüberwachung:
- beschreiben ihr Selbst eher in inneren Attribute (Werte, Präferenzen oder Merkmale)
- Kontinuum: rigide, beständig, ehrlich, prinzipientreu
- Prinzip der Konsequenz und Ehrlichkeit (Authenzität)

immer nur eine Tendenz! Durchschnittswerte -> flexible Selbstüberwachung
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PSK und Big Data
- (Screenshots)
- Persönlichkeit hinterlässt Spuren, die quantitativ erfasst werden können (z.B. Verhaltensregelmäßigkeiten aus Sprech- und Smartphonedaten)
- Homepagebeurteilungen korrelieren stärker mit dem Urteil von Bekannten als mit dem Selbsturteil (Extraversion und Verträglichkeit wurden von den Beurteilten der Homepages verzerrt wahrgenommen -> in Richtung auf das Idealbild des Besitzers hin)

-"Studienklassiker der Persönlichkeitspsychologie": Facebookdaten von über 4 Millionen Nutzern und deren Ergebnisse in PK-Tests (2007 - 2012)
- öffentliche zugängliche Datenbasis von mehr als 200 Wissenschaftlern ausgewertet; 65 Likes pro Person reichen aus, um die selbstbeurteilten BigFive so genau wie ein Bekannter vorherzusagen, bei 125 Likes so genau wie durch Familienangehörige
- sehr große Stichprobe
- Algorithmus wurde an einem anderen Teil der Daten entwickelt, als für Persönlichkeitsvorhersage

- Kategorien: Kommunikation und das soziale Verhalten (-> Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Extraversion), Musikkonsum, App-Nutzung, Mobilität, allgemeine Telefonaktivität und Tag- und Nacht Zeitaktivitäten
- Neurozitismus nur eingeschränkt möglich und für die Verträglichkeit gar nicht
- 624 Freiwillige an 30 aufeinander folgenden Tagen
- Daten ermöglichen eine realtiv gute Vorhersage der Big5
- ähnlich wie bei Facebook-Likes (aktive Daten!)
- Vorteil hier: passive Daten (!)
- eröffnet neue Möglichkeiten der Persönlichkeitserfassung vom Einzelfall bishin zu Big Data, die auch missbraucht werden
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Persönlichkeit und Geschlecht
N= 2643 ; Unterscheide in Facetten beachten ; unterschiedliche Studien zu "Gender Differences"
1. Neurozitismus (emotional labil-stabil)
Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Depression, Impulsivität, Verletzlichkeit, soziale Befangenheit
2. Extraversion (extravertiert - introvertiert)
Herzlichkeit, Geselligkeit, Frohsinn, Durchsetzungsfähigkeit, Aktivität, Erlebnishunger
3. Offenheit für Erfahrungen
Phantasie, Ästhetik, Gefühle, Ideen, Handlungen
4. Verträglichkeit
Vertrauen, Freimutigkeit, Altruismus, Entgegenkommen, Bescheidenheit, Gutherzigk56eit
5. Gewissenhaftigkeit
Kompetenz, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Selbstdisziplin, Besonnenheit (Screeshot für die Farbverteilung)
Costa 2001: über Kulturen hinweg, aber Unterschieden stärker in westlichen Kulturen (z.B. Europa und Amerika)

Unterschiede zwischen Gruppen:
Falsche Annahme: trifft so gut wie nie zu, dass Unterschiede zwischen Gruppen größer sind als die Varianz innerhalb einer Gruppe
Realistisches Bild: Unterschiede/Varianz innerhalb einer Gruppe sindmeist viel größer als zwischen den Gruppen; nur "Unwissende" würden von einer Gruppenstatistik auf einzelne Mitglieder einer Gruppe schließen (Screenshot 15/16/17)

Persönlichkeit und Geschlechtsstereotype:
N= 3323, 26 Nationen
- Teilnehmer sollten PK-Merkmale eines "typischen" Jugendlichen, Erwachsenen und alten Menschen in ihrem Land bewerten
- der "typische" Schweizer Junge auf Angstfacette/Neurozitismus: "In der Schweiz sind heranwachsende Jungen eher.." -> Antwort auf einer 5-Punkte-Skala, zwischen den Ankern "ängstlich, nervös, besorgt" und "gelassen, ruhig, entspannt"

-> Stereotyp: Frauebn haben höhere Werte in Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit und auf Facetten von Extraversion und Neurozitismus -> Effekte sind klein, aber vorhanden
- Stereotype sind hier nicht stark übertrieben, grobe Übereinstimmung mit tatsächlichen Geschlechtsunterschieden, konsistent über verschiedene Nationen und Altersgruppen (Openness, Agreeableness, Conscientousness) (Screenshot 20)

- Unterschiede der Geschlechter in Persönlichkeitseigenschaften entstehen durch biologische ("sex", Gene, Hormone) und soziokulturelle Differenzen ("gender", Erziehung, Sozialisation)

- Unterschiede der Stereotype von Persönlichkeitseigenschaften
1. durch Wahrnehmung und gesammelte Erfahrung, dann eher konsistent in der Richtung (aber evtl. verkleinert oder vergrößert) mit "wahren" (biol.&soziol.) Geschlechtsunterschieden
2. durch kulturspezifische Erwartungen, dann eher unterschiedlich in verschiedenen Kulturen

Paradoxer Fund & Debatte:
-Soziale Rollentheorien nehmen an, dass geschlechtsspezifische unterschiede zurückzuführen sind auf u.a. wahrgenommene Geschlechterrollen, geschlechtsspezifische Sozialisation und soziostrukturelle Machtunterschiede
-> Hypothese: geschlechtsspezifische Unterschiede in der Persönlichkeit in Kulturen mit mehr Geschlechtergleichheit weniger ausgeprägt
- aber Empirie zeigt: geschlechtsspezifische Persönlichkeitsunterschiede sind in Ländern mit mehr Gleichstellung größer als in Ländern mit "traditionellen" Geschlechtervorstellungen - Referenzbias?= Mit wem vergleicheeferenziere ich mich in der Befragungssituation?

Fazit: es gibt geringe aber vorhandene geschlechterspezifische Persönlichkeitsaufprägungen, diese stimmen grob mitden Geschlechterstereotypen überein (.67*)
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Persönlichkeit und Kultur
N= 4000 aus 49 Ländern/6 Kontinenten
- Nationalcharakter nach FFM (Einschätzung eines "hypothetischen/typischen" Mitglieds einer Kultur) in Vergleich mit individueller Persönlichkeit (Screenshot 147)
- Ergebnis: keine Korrelation zwischen Nationalcharakter und individueller Persönlichkeit: Nationale Stereotype spiegeln sich nicht in den Individuen wieder
- Untersuchungen zum Nationalcharakter reliabel (zuverlässig, Nationalcharakter/-stereotype sind vorhanden), aber nicht valide (gültig im Vergleich mit den Personen der Kultur)

Gibt es typisch nationale Persönlichkeitsmerkmale?
Heine et al. 2008:
- Wahrgenommener Nationaler Charakter (PNC) der Gewissenhaftigkeit korreliert mit:
- Arbeitsgeschwindigkeit von Postbeamten
- Genauigkeit öffentlicher Uhren
- Ganggeschwindigkeit in der Öffentlichkeit
- Bruttoinlandsprodukt (GDP)
- Lebensspanne
- Effekte, auch wenn für GDP (Bruttoinlandsprodukt) korrigiert wird
-> verhaltensbezogeneund demografische Prädiktoren korrelieren stark mit der Wahrnehmung des Nationalcharakters, nicht aber mit Selbst- und Fremdeinschätzungen

Mögliche Gründe:
- Historische Migrationsgründe (vgl. Brain-Drain aus Ostdeutschland)
- soziale Einflüsse (auch sozioökonomischer Status)
- Umwelteinflüsse (Wohngegend- Dorf/Stadt)
- "Gleich und Gleich gesellt sich gern"

Vergleichbarkeit der Antworten aus den Fragebögen eingeschränkt durch:
- soziale Erwünschtheit bei Selbstratings vs. Fremdratings
- in-group, out-group Bias
- Kontrasteffekt, Attributionsbias z.B. wohlhabende Länder haben fleißigereewissenhaftere Menschen
- Referenzbias= Vergleich mit Referenzgruppe z.B. Südkoreaner arbeitet 50h und bewertet sich als nicht so gewissenhaft vs. ein Deutscher der 50h arbeitet bewertet sich als sehr gewissenhaft
-Antworttendenzen - Regression zur Mitte
- Item-Bias (Übersetzungen)
- Vertrautheit mit Antwortformat
- Repräsentative Stichproben z.B. haben Studenten event. andere (weniger?) Stereotype als Nicht-Studenten etc.

Fazit: es gibt Nationalstereotype, diese spiegeln sich aber nicht in den Merkmalen (nach FFM) der Personen einer Nation wieder (.12*), aber event. mit verhaltensbezogenen/demografischen Merkmalen
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Persönlichkeit & Lebensalter
- mäßig bis hohe Rangordnungskonsistenz (cor. zwischen 0.4 und 0.6), d.h die Rangreihe von Eigenschaften einer Gruppe bleibt über längere Zeiträume sehr stabil
- über relativ lange Zeiträume (d.h 4 bis 10 Jahre)
- je länger man die Rangordnung verfolgt, desto geringer wird die Konsistenz (bleibt aber über 0)

The End of History Illusion
- Persönlichkeiten, Werte und Vorlieben von > 19.000 Menschen (18 - 68 Jahre alt)
"Wie sehr haben Sie sich in den letzten zehn Jahren verändert?"
"Wie werden Sie sich im nächsten Jahrzehnt verändern?"
Ergebnis: in der Vergangenheit stark verändert, aber in der Zukunft relativ wenig verändern
- Gegenwart als einen Wendepunkt = Person geworden, die man für den Rest seines Lebens sein werden

Studien zum Zusammenhang zwischen Lebensalter und Persönlichkeitseigenschaften? (Age Differences from 10 to 65)
N= 1.267.218 englischsprachige Personen übers Internet befragt
(Screenshot 163,164,165)

-> zwischen Kindheit und Adoleszenz "heiße2 Phasen mit eigenen Verläufen im Vergleich zum Erwachsenenalter (auch temporale Einbrüche in psychosozialer reife)
- in Adoleszenz beginnen erste Geschlechterunterschiede
- im Erwachsenenalter eher stetige Zunahme psychosozialer Reife
- unterschiedliche Facetten der einzelnen Faktoren zeigen mitunter unterschiedliche Alterstrends -> wichtige breite Faktoren noch nach einzelnen Facetten zu unterscheiden (Screenshit 167)

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Exkurs Querschnitt vs. Längsschnitt
(Screenshot 168)
Querschnitt:
Vorteile: Ökonomisch, hohe Teilnahmebereitschaft
Nachteile: Konfundierung von Alter und Kohorte: Personen sind untersch. alt, aus verschiedenen Kohorten, unklar ob Unterschiede auf Alter und Kohorteneffekte zurückzuführen sind
- konstruirte Entwicklungsverläufe nur Entwicklungszustände nicht-verläufe? Was laberst du???
Statistische Ineffizienz- Vorhersage unpräsizer als in Längsschnittstudien
Selektive Stichprobe: wird der 18-J überhaupt 80J?
- Fragwürdige Generalisierbarkeit- Ergebnisse abhängig vom kulturellen, sozialen und politischen Kontext und nciht zwangsläufig auf zukünftige Stichproben zu verallgemeinern

Längsschnitt:
Vorteile: Messung von Entwicklungsverläufen, Feststellung der Stabilität von Entwicklungsmerkmalen, Statistische Effizienz, Vergleichbarkeit der Altersgruppen
Nachteile:
-Konfundierung von Alter und Testzeitpunkt: Unterschiede zwischen den beiden Messungen altersbedingt oder durch veränderte kulturelle, soziale und politische Bedingungen?
-Testungseffekte z.B. Übung, Gewöhnung und Sättigung
- Alterung des Messinstruments
- hoher Aufwand
- selektive Stichproben (v.a drop out)
- Fragwürdige Generalisierbarkeit

(Screenshot 171/172/173/174/175/176/177/178/179/180/181)
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Entwicklungspsychologie
- bis zu den 1970ern hauptsächlich (früh-)kindliche Entwicklung
- danach/heute: "Lebensspannenansatz" + interdisziplinäre Forschung, häufig in umschriebenen Alter oder Funktionsbereichen

Grundlagenorientierte Aufgaben:
1. Beschreibung vin Entwicklungsverläufen
2. Erklärung von Entwicklungsveränderung (Suche nach Ursachen und Bedingungen)
Anwendugnsorientierte Aufgaben:
1. Bestimmung des aktuellen Entwicklungsstandes
2. Prognose des zukünftigen Entwicklungsstandes
3. Suche nach Interventionsmöglichkeiten
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Definiton Entwicklungspsychologie
Als Entwicklung werden relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens über die Zeit hinweg definiert
-- z.B. Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung, Bowlbys Bndungstheorie, Kohlbergs Tehorie der Moralentwicklung, Eriksons Theorie der sozioemotionalen Entwicklung
-- nicht dominiert von einer Thoeire die einen umfassenden Einblick in die ganze Entwicklung gibt
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Keep in mind
1. Post Hoc Fallacy: zeitliche Reihenfolge heißt nicht zwingend Kausalität, logischer Fehler: "Weil A vor B kommt, ist A die Ursache für B"
2. Bidirektionale Einflüsse: Die Erfahrungen der Kinder beeinflussen ihre Entwicklung, aber ihre Entwicklung beeinflusst auch ihre Erfahrungen
3. Kohorteneffekte: Querschnittstudien kontrollieren nicht für Kohorteneffekte
4. Auswirkungen von Erfahrungen in der Kindheit auf die langfristige Entwicklung nicht überschätzen

Alternativhypothesen?, Korrelation versus Kausalität?
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Theorien zur Entwicklung
- typische oder individuelle Verläufe? -> normativer Ansatz: repräsentative Beschreibung von Entwicklungsverläufen durch Beobachtungen des Verhaltens großer Gruppen!
- kontinuierlich/ quantitativ oder diskontinuierlich/qualitativ/ stufenförmig? niicht immer eindeuig zuzuordnen
-- kontinuierlich (Wortschatz, Verarbeitungsgeschwindigkeit)
-- diskontinuierlich (Regellernen im Sprachgebrauch)

Phasen vs. Stufentheoretiker
Phasentheoretiker (qualitative + quantitative Veränderungen)
Stufentheoretiker (zusätzliche Annahmen zu Merkmalen diskontinuiliercher Entwicklungen) Erikson, Piaget
--> heute Entwicklungsbegriff weniger eng (<-> Stufentheroretiker), Lebensspannenansatz

Annahmen Stufentheoretiker:
- es gibt geordnete Reihe von Stufen, die aufeinander aufbauen
- Richtung der Entwicklung läuft auf End-/Reifezustand zu
- Vorherige Stufe als Vorraussetzung für nächste Stufe
- Reihenfolge der Stufen ist irreversibel
- Veränderungen in den Stufen korrelieren mit Lebensalter
- Stufenfolge: universell, kulturunabhängig, innerem Bauplan folgend
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Lebensphasen
- pränatal: befruchtete Eizelle -> Überlebensfähiger Fetus (ca. 38 Wochen)
(Screenshot 13, 14 15)

Meilensteine:
kann zu unnötigen Problematisierungen von eigentlich völlig normalen Entwicklungsverläufen führen, da Definition= 50% der Kinder, die ein bestimmtes Entwicklungsziel erreicht haben

Definition Grenzstein: 90-95%, trotzdem nicht sofort Entwicklungsauffälligkeit oder -verzögerung, eher als Hinweis zu benutzen -> genauer hinsehen und bei Bedarf Expert*innen konsultieren

Achtung Stichprobe anhand "Meilensteine" errechnet wurden -> lediglich für die getesteten Kinder Gültigkeit, die mit der Normierungsgruppe von Kindern vergleichbar sind
(Screenshot 18,19)

Meilensteine der Sprachentwicklung:
- 6 Monate: Verstehen des eigenen Namens
- ab 8-12 Mon.: Silbenverdopplung, viele Laute
- ab 18 Mon.: Wortschatzexplosion, Einwortsätze
- ab 24 Mon.: Zweiwortsätze (Grammatik), Fragemelodie
- ab 2,5 j.: "Ich"
- ab 3 J: Fragewörter, einfache Sätze und Nebensätze

Mechanismen: Fast mapping, Überdehnung/-generalisierung, Unterdehnung/Überspezifizierung

(Screenshot 22)

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Gehörlos/Gebärdensprache
-eigenes Sprachsytem
- unterschiedlich zwischen Ländern
- Dialekte: in Dtl. nord/süd
- gleiche Aktivierung von Gehirnarealen + Gehirnarealen für visuelleäumlcihe Prozesse
- gleiche Entwicklungsschritte auch zeitlich wie hörende Kinder
34
Deprivation - der Fall Genie
- in den ersten 13 Jahren keine soziale Interaktion oder sprachlicher Input
- danach: rudimentäre Fähigkeit zur Kommunikation
- kritische Phase?
- alternative Erklärung: schwere emotionale und körperliche Vernachlässigung
35
Kritische vs. sensible Phasen
- Untersuchung von gehörlosen Kindern hörender Eltern
- gehörlose Kinder erfinden ihre eigenen Gebärden (Homesign) ohne Anleitung von Erwachsenen, ABER ohne systematische Gebärdensprache entwickeln sie keine vollwertige Sprache
- Umwelt als auch Veranlagung spielen eine Rolle

- kritische Periode: Zeitfenster in der Entwicklung, in denen eine Fähigkeit erlernt werden muss
- Erwerbsalter beeinflusst das Sprachenlernen, aber es gibt keine Beweise für kritische Perioden
- eher sensible Perioden, in der ein Mensch empfänglich ist für das Lernen und neue Wissensaneignung
36
Sprachentwicklung
Haben Zwillinge ihre eigene Sprache?
- Kryptophasie
- eher eine Folge phonologischer Beeinträchtigungen (Sprachverzögerung), die bei Zwillingen stärker ausgeprägt sind
- Zwillingspaare machen ähnliche phonologische Fehler, deshalb ist ihre Sprache füreinander verständlicher

Sprachentwicklung und Medien
- helper (Industrie) oder hinderer (Politik)? mit 3 Mon -> 40% regelmäßgie Bildschirmzeit, mit 24 mon -> 90% (USA)
- Kind im Durchschnitt (USA) > 6 h mit Meiden; wenig Evidenz, dass Babies (< 2J) etwas aus dem Fernsehen lernen, einige Studien zeigen auch eher negative Auswirkungen
- Zusammenhang bei 8 - 16 Mon; jede Stunde Video pro Tag verringerte Sprachwert um ca. 17 Punkte; kein Zusammenhang bei 17 - 24 Mon.

- Re-Analyse: Daten können je nach statistischer Analyse als positiv, neutal, oder negativ bewertet werden, Effektgröße vernachlässigbar
- Meta-analyse (29 Studien): demografischen Variablen, die häufig mit Bildschrimzeit korreliert: Merkmale des Kindesalters, ethnische Zugehörigkeit (Minderheit), BMI, Merkmale der Mutter: Stress/Depressionen, Bildschirmzeit; kog. Stimulation in der häuslichen Umgebung;
eher nicht: Geschlecht des Kindes, Erstgeborenen, Bildung des Vaters, nicht englischsprachige Fammilie, Zwei-Eltern-Haushalt, Anzahl der Kinder, nicht elterliche Kinderbetreuung (bei 0 - 36 Mon);
unklar Alter der Mutter, Bildung der Mutter, Haushaltseinkommen

- Randomized control study: 12 -24 Mon: 50% sahen DVD "Baby Mozart" (15 x 30 min) über 6 Wochen (30 Wörter): weder helper, noch hinderer

Fazit:
- Säuglinge und Kleinkinder: besseres Lernen im wirklichen Leben
- über 2- Jährige: Bedeutung des Inhalts bei der Auswahl: altergerechten Programmen mit päd. Lehrplan eher im Zusammenhang mit kognitiver und akademischer Verbesserung, reiner Unterhaltung oder gewalttätige Inhalter eher im Zusammenhang mit schlechter kognitiver Entwicklung und geringerer akademischer Leistungen
- Vorschulkinder: gut konzipiertes altersgerechtes und lehrrreiches Fernsehen
- aktiver Part der Eltern: sollten altersgerechte Programme auswählen und zusammen mit den Kindern sehen
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