Scheitern der Weimarer Republik & Machtergreifung

15 flashcardsby Tizian
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1
Weltwirtschaftskrise (ab 1929)
New Yorker Börsenkrach (Okt. 1929) → US-Kredite werden abgezogen, Betriebe brechen zusammen. Arbeitslosigkeit über 6 Millionen (1932). Radikalisierung der Wähler.
2
Aufstieg der NSDAP
Die Krise macht die NSDAP 1930 zur zweiten, 1932 zur stärksten Partei. Profiteure der Verzweiflung; auch die KPD wächst → die demokratische Mitte schrumpft.
3
Staatskrise & Präsidialkabinette
1930 zerbricht die letzte parlamentarische Regierung (Große Koalition Müller) am Streit um die Arbeitslosenversicherung. Es folgen Präsidialkabinette, die mit Notverordnungen (Art. 48) am Parlament vorbei regieren.
4
Deflationspolitik Brünings
Kanzler Brüning regiert ohne Mehrheit, spart rigoros → verschärft Krise und soziales Elend. Untergräbt das Vertrauen in die Demokratie weiter.
5
Verantwortung der rechten Eliten
Hindenburg, die „Kamarilla", Kanzler von Papen und Schleicher, Industrie und Großagrarier wollen die Demokratie durch ein autoritäres Regime ersetzen.
6
Preußenschlag (20.7.1932)
Von Papen setzt die demokratische preußische Regierung (Braun/Severing, SPD) gewaltsam ab – „Probelauf" für die Beseitigung des Rechtsstaats. SPD leistet nur passiven Widerstand.
7
Januar 1933 – Machtübertragung
Keine Wahl, sondern eine Intrige der konservativen Eliten: Papen überredet den zögernden Hindenburg. Hitler wird Kanzler einer NSDAP-DNVP-Koalition. Fehleinschätzung: man glaubt, ihn „einrahmen" und „zähmen" zu können.
8
Reichstagsbrandverordnung (28.2.1933)
Nach dem Reichstagsbrand werden die Grundrechte „zum Schutz von Volk und Staat" außer Kraft gesetzt – dauerhaft. Grundlage für Verfolgung und Terror.
9
Ermächtigungsgesetz (24.3.1933)
Der Reichstag entmachtet sich selbst: die Regierung kann ohne Parlament Gesetze erlassen. Nur die SPD stimmt dagegen (KPD bereits ausgeschaltet). Ende der Gewaltenteilung.
10
Gleichschaltung (1933)
Gleichschaltung der Länder, Zerschlagung der Gewerkschaften (Mai), Verbot aller anderen Parteien (Juli) → Einparteienstaat. Erfassung aller Bereiche durch den NS-Staat.
11
Röhm-Putsch & „Führer" (1934)
Ausschaltung der SA-Führung (1934). Nach Hindenburgs Tod (Aug. 1934) vereint Hitler Kanzler- und Präsidentenamt: „Führer und Reichskanzler". Reichswehr leistet den persönlichen Eid.
12
NSDAP-Strategie der „Legalität"
Nach dem gescheiterten Putsch 1923: Weg zur Macht über Wahlen und (schein-)legale Mittel. Massenbewegung mit Propaganda, SA-Terror und Versprechen an alle Schichten.
13
Schwäche der demokratischen Kräfte
Zersplitterung, Tolerierungspolitik der SPD, Feindschaft SPD–KPD (auf Befehl Moskaus). Die demokratischen Parteien finden keine gemeinsame Abwehrfront.
14
Bracher / Forschung zum Scheitern
Das Ende Weimars war kein „Selbstmord der Demokratie", sondern Ergebnis von Strukturschwächen UND bewussten Entscheidungen der konservativen Eliten, die Hitler an die Macht brachten.
15
Papen (Selbstzeugnis)
„In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt." Steht exemplarisch für die fatale Selbstüberschätzung und Fehleinschätzung der konservativen Eliten.
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