Revolution 1989 & Wiedervereinigung

15 flashcardsby Tizian
Study these flashcardsFree · spaced repetition · iPhone, Android, Mac & web

All cards

1
Gorbatschow: Glasnost & Perestroika
Ab 1985: Glasnost (Offenheit/Transparenz) und Perestroika (Umbau). Abkehr von der Breschnew-Doktrin – die UdSSR greift nicht mehr militärisch ein. Der DDR fehlt damit der äußere Rückhalt.
2
Reformen im Ostblock
Polen (Solidarność, Runder Tisch) und Ungarn als Vorreiter. Ungarn öffnet im Sommer 1989 die Grenze → Massenflucht von DDR-Bürgern über Ungarn und die Prager Botschaft.
3
Innere Ursachen
Wirtschaftlicher Niedergang, Mangel, fehlende Reise- und Meinungsfreiheit, gefälschte Kommunalwahlen (Mai 1989) → wachsender Unmut und Vertrauensverlust gegenüber der SED.
4
Montagsdemonstrationen
Leipzig (Nikolaikirche): „Wir sind das Volk!" → später „Wir sind EIN Volk!". Bürgerbewegungen wie das Neue Forum. Die Kirchen als Schutzraum der Opposition. Friedlich, ohne Blutvergießen.
5
Mauerfall (9.11.1989)
Nach der überstürzten Verkündung Schabowskis („sofort, unverzüglich") strömen die Menschen an die Grenzübergänge; das Regime gibt nach. Honecker bereits gestürzt (Okt. 1989), Krenz und Modrow folgen.
6
Vom Protest zur Einheit
Aus „Wir sind das Volk" wird der Ruf nach Einheit. Kohls Zehn-Punkte-Plan (Nov. 1989). Die erste freie Volkskammerwahl (18.3.1990) wird zur Abstimmung über die Einheit.
7
Volkskammerwahl (18.3.1990)
Klarer Sieg der „Allianz für Deutschland" (schneller Beitritt) – Wunsch nach D-Mark und Vertrauen in Kohl. Entscheidung für den schnellen Weg zur Einheit.
8
Artikel 23 vs. Artikel 146
Beitritt der DDR nach Art. 23 GG (schnell, Grundgesetz bleibt) statt einer neuen gesamtdeutschen Verfassung nach Art. 146 (langwierig). Entscheidung für Art. 23.
9
Wirtschafts-, Währungs- & Sozialunion
1.7.1990, D-Mark in der DDR (Umtausch teils 2:1). 3.10.1990: Beitritt → Ende der DDR (Tag der Deutschen Einheit).
10
Zwei-plus-Vier-Vertrag
Die beiden deutschen Staaten + vier Siegermächte regeln die äußeren Aspekte (kein „Friedensvertrag"). Deutschland erhält volle Souveränität. Bedingungen: Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze, Truppenobergrenze, Verzicht auf ABC-Waffen, Abzug der sowjetischen Truppen.
11
Positionen der vier Mächte
USA (Bush): klare Unterstützung, Deutschland in der NATO. UdSSR (Gorbatschow): anfangs ablehnend, lenkt gegen Zusicherungen ein (Kaukasus-Gespräche, Finanzhilfe). GB (Thatcher): tief skeptisch (Angst vor zu starkem Deutschland). Frankreich (Mitterrand): skeptisch, knüpft Zustimmung an die vertiefte europäische Integration (→ Euro).
12
Friedliche Revolution
Begriff für den gewaltlosen Sturz der SED-Diktatur „von unten" – getragen von Bürgerbewegung, Kirchen und Massenprotest. Reiht sich in die Revolutionslinie 1848 – 1918 – 1989.
13
War die Einheit zwangsläufig?
Forschungsfrage: ohne Gorbatschows Reformen und sein Einlenken wäre die Einheit nicht möglich gewesen. Druck von außen (Systemkrise) + Mut von innen (Protest) trafen zusammen.
14
Gorbatschow (Schlüsselfigur)
Sein Verzicht auf militärisches Eingreifen (Ende der Breschnew-Doktrin) entzog der DDR den Rückhalt – Voraussetzung für die friedliche Revolution und die Einheit.
15
Bewertung der Wiedervereinigung
Erfolg der friedlichen Revolution und der Westintegration; zugleich Spätfolgen (wirtschaftlicher Umbruch im Osten, „innere Einheit" als langer Prozess) – führt zur Aufarbeitung in Q4.
Study all 15 cards for free