04: Persönlichkeitsmessung und Forschungsdesigns

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1
verschiedene Datenquellen
B ehavior
I ndirect Measures
O bservation
P hysiological Measures
S tranger-Impressions
I nformant-Knowledge
E xperience-Sampeling
S elf-Reports
2
Verhalten als Datenquelle
- objektiv messbar
- Messinstrumente z.B. Leistungstests, Mobile Sensing, Motorik, Verhaltensspuren (Likes)
- ggf. aufwändig
3
Indirekte Messungen als Datenquelle
- Studienteilnehmenden ist der Zweck unklar -> keine bewusste Beeinflussung oder Verzerrung
- Messinstrumente z.B. Picture Story Exercise (PSE), Implizite Assoziationstests (IAT)
- Übertragung auf zu messendes Konstrukt oft unklar
- geringe Testgüte (z.B. Retest-Reliabilität)
- schlechtere Vorhersagekraft als Selbstbericht
4
Observation als Datenquelle
- Verhaltensbeobachtung durch Expert:innen im Feld/anhand von Videos
- Auswahl eigenschaftsrelevanter Situationen
- hoher Aufwand: Zeit, Technik, Personal
5
bioPhysiologische Daten als Datenquelle
- erheben biologische Strukturen (Gene, Hormone) oder Prozesse (Erregung)
- Maße z.B. Herzrate, Testosteronspiegel, bildgebende Verfahren oder Molekulargenetik
- aufwändig, ggf. ethische Bedenklichkeit
6
Stranger-Impressions als Datenquelle
- z.B. Studie, in der Teilnehmende sich in verschiedenen Situationen filmen und dann von anderen auf Big 5 und Intelligenz eingeschätzt werden
- Reliabilität bei etwa .35, s. Linsenmodell
7
Linsenmodell
- Gültigkeit von (Fremden-)Urteilen ist von zwei Faktoren abhängig
- Validität der Hinweisreize: drückt das Verhalten das zu beschreibende Konstrukt aus?
- Nutzung der Hinweisreize: (wie stark) berücksichtigen die Urteilenden das Verhalten bei ihrem Urteil?
8
Informant-Knowledge (Bekanntenurteile) als Datenquelle
- Einschätzungen durch Freunde und Familie
- Urteil basiert auf Erfahrungsberichten und Persönlichkeits-Reputatio
- Akkuratheit abhängig von Bekanntheitsgrad, Mögen (Letter of recommendation effect), Öffentlichkeit der Eigenschaft und impression management
9
Experience-Sampling als Datenquelle
- Erheben von Erlebens- und Verhaltensweisen direkt in der Situation
- ereignis- und zeitbasiertes Sampling möglich
- ggf. aufwändig
- eine Form des Selbstberichts
10
Selbstbericht als Datenquelle
- explizites Selbstkonzept wird erfasst
- blinde Flecke: Motivationsdefizitesponse Factors (Erwünschtheit, Zustimmungstendenz, Tendenz zu Extremwerten, Faking) sowie Informationsdefizit/introspective limits
11
Testgütekriterien
- Objektivität (Interrater-Reliabilität, Standardinstruktionen)
- Valididät: misst das Messverfahren das zu messende Konstrukt? (z.B. Selbst-Fremd-Übereinstimmung)
- Reliabilität: Genauigkeit, hohe Korrelationen, Messwiederholung -> Aggregationsprinzip (höhere Reliabilität, wenn mehrere Indikatoren genutzt werden)
12
Genome-Wide Association Studies
- Suche nach Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs), die mit Persönlichkeitsmerkmalen assoziiert sind
- kaum robuste Ergebnisse, da viele verschiedene Varianten mit kleinen Effekten, seltene Genvarianten mit großen Effekten, komplexe Interaktion verschiedener Genvarianten und Interaktion mit Umwelt
13
Quantitative Verhaltensgenetik
- Zwillingsmethode oder Adoptionsmethode
- in beiden Fällen: relatedness-Unterschiede von 50%;
- Wenn sich EZ/LG ähnlicher sind als ZZ/AG, dann deshalb
- doppelte Differenz der Korrelationen der Eigenschften schätzt den Varianzanteil
14
Erblichkeit der Persönlichkeit
- bei Big 5 im Mittel .38; bei Intelligenz .54
- Erblichkeit ist populationsbasiert definiert -> nicht auf Einzelfälle übertragbar
- bietet keine Implikationen über Stabilität und Veränderbarkeit des Merkmals
15
Gen-Umwelt Korrelation
Personen bestimmter Genotype finden sich überzufällig häufiger in bestimmten Umwelten als Personen mit anderen Genotypen
16
Gen x Umwelt Interaktion
- Umweltvariablen beeinflussen Personen je nach Genotyp unterschiedlich
- genetische Variablen haben unterschiedliche Wirkungen je nach Umwelt
17
Gen-Umwelt Transaktion
Personen mit gewissen Genotypen schaffen sich gewisse Umwelten -> diese wirken sich auf die Entwicklung der Person samt Genaktivität aus
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