1Was versteht die WHO unter Gesundheit?
Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.
2Was ist Voraussetzung für Gesundheit laut WHO?
Intakte Regulationsmechanismen des Organismus → Adaptation.
3Wie definiert sich Krankheit?
Als Störung der biologischen Ordnungs- und Regulationssysteme.
4Was beschreibt die Pathologie?
Die Lehre von Leiden sowie krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen.
5Was sind die Hauptaufgaben der Pathologie?
Diagnostik, Forschung und Ausbildung.
6Welche diagnostischen Methoden gehören zur Intravitaldiagnostik in der Pathologie?
Zytopathologie, Schnellschnitt, Biopsien, Operationspräparate, Mikrobiologie.
7Was ist eine postmortale diagnostische Methode in der Pathologie?
Die Autopsie (klinische Obduktion).
8Was unterscheidet die allgemeine von der speziellen Pathologie?
Die spezielle Pathologie betrachtet organspezifische Befunde unter allgemeinen Gesetzmäßigkeiten.
9Was bedeutet Ätiologie?
Die Ursache oder der auslösende Faktor einer Störung.
10Was sind endogene Krankheitsursachen?
Genetisch bedingte Ursachen wie chromosomale Läsionen oder DNA-Mutationen.
11Was sind exogene Krankheitsursachen?
Einflüsse wie Ernährung, physikalische oder chemische Faktoren, Infektionen, Hormone oder psychogene Faktoren.
12Was beschreibt die Pathogenese?
Den Ablauf der Reaktion des Organismus auf den schädigenden Faktor.
13Was ist der Unterschied zwischen kausaler und formaler Pathogenese?
Kausale: Ursache → Wirkung; Formale: strukturelle und funktionelle Veränderungen.
14Welche Verlaufsformen von Krankheiten gibt es?
Perakut, akut, chronisch, rezidivierend.
15Welche möglichen Ausgänge kann eine Krankheit haben?
Heilung (restitutio ad integrum oder Reparation), Rezidiv, Defektheilung, Tod.
16Was beschreibt Morbidität?
Die Häufigkeit einer Krankheit in der Bevölkerung (pro 100.000/Jahr).
17Was beschreibt Inzidenz?
Die Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum.
18Was beschreibt Mortalität?
Die Zahl der Todesfälle durch eine bestimmte Krankheit in der Gesamtbevölkerung.
19Was beschreibt Letalität?
Den Anteil der Todesfälle unter den Erkrankten (Maß für Lebensbedrohlichkeit).
20Warum ist die Mortalität gesundheitspolitisch relevant?
Sie zeigt die gesellschaftliche Bedeutung und Verbreitung von Todesursachen.
21Warum ist die Letalität klinisch relevant?
Sie dient als prognostischer Indikator für die Lebensbedrohlichkeit einer Krankheit.
22Welche makroskopischen Untersuchungen führt man in der Pathologie durch?
Beurteilung von Form, Farbe, Konsistenz, Oberfläche und Gewicht.
23Was umfasst die mikroskopische Untersuchung?
Übersichtsfärbung (HE) und Spezialfärbungen für Bindegewebe, Schleim, Fette etc.
24Was untersucht die Zytopathologie?
Zytoplasmatische und nukleäre Veränderungen (Exfoliativ- oder Punktionszytologie).
25Was wird in der Bakteriologie und Serologie nachgewiesen?
Erreger mittels Mikroskopie, Kultur, ELISA oder Immunoassays.
26Welche Ziele hat die klinische Obduktion?
Klärung der Todesursache, Therapieversagen, neue Krankheitsbilder und Qualitätssicherung.
27Was ist das Ziel einer Obduktion allgemein?
Klärung der Grundkrankheit, Todesursache und pathophysiologischer Zusammenhänge.
28Welche Arten von Obduktionen gibt es?
Gerichtliche, sanitätspolizeiliche, klinische und Privatobduktion.
29Wann erfolgt eine gerichtliche Obduktion?
Bei Verdacht auf Fremdverschulden, Narkosetod oder Gewalt.
30Wann erfolgt eine sanitätspolizeiliche Obduktion?
Bei plötzlichem Tod, Infektionskrankheiten oder unklarer Identität.
31Wann erfolgt eine klinische Obduktion?
Bei Todesfällen im Krankenhaus zur Diagnosekontrolle oder Forschung.
32Wann erfolgt eine Privatobduktion?
Auf Wunsch der Angehörigen, z. B. zu Versicherungszwecken.
33Was ist das Ergebnis einer Obduktion?
Feststellung der Todesursache, Diagnosesicherung, Dokumentation und Beitrag zur Statistik.
34Was sind unsichere Todeszeichen?
Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Pulslosigkeit, Pupillenstarre – sie können reversibel sein.
35Was sind sichere Todeszeichen?
Totenflecke, Totenstarre, Totenkälte, Autolyse/Fäulnis, Hirntod.
36Wann treten Totenflecke (Livores) auf?
Etwa 20–30 Minuten nach Kreislaufstillstand, zunächst wegdrückbar, später fixiert.
37Wann tritt Totenstarre (Rigor mortis) ein?
Nach 2–3 Stunden, beginnt kranial und schreitet kaudal fort (Nysten-Regel).
38Was beschreibt die Totenkälte?
Temperaturangleichung an die Umgebung mit ca. 1 °C Abfall pro Stunde.
39Was bedeutet Autolyse bzw. Fäulnis?
Späte sichere Todeszeichen durch körpereigene Enzyme und bakterielle Zersetzung.
40Was kennzeichnet den Hirntod?
Ein isoelektrisches EEG ≥ 1 Stunde, keine Reflexe und keine Spontanatmung.