Revolution 1848/49

18 flashcardsby Tizian
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1
Auslöser: Februarrevolution Paris (1848)
Pariser Februarrevolution stürzt „Bürgerkönig" Louis Philippe → Republik. Löst eine Revolutionswelle in fast ganz Europa aus (außer England & Russland). In Deutschland: „Märzrevolution".
2
Ursachen der Revolution
Gesellschaftlich: Bevölkerungswachstum, Pauperismus, Handwerker durch Zunftaufhebung bedroht. Wirtschaftlich: Missernten, Teuerung, Hungerkrise (1846/47). Politisch: Reformverweigerung der Fürsten → Politisierung des Bürgertums, Ruf nach Teilhabe.
3
Märzforderungen (Mannheim 1848)
Volksversammlung Mannheim (27.2.1848): liberale Verfassung · Pressefreiheit · Vereinsfreiheit · Schwurgerichte · gesamtdeutsches Parlament. → Heidelberger Versammlung beruft das „Vorparlament" ein.
4
Revolution in Berlin
Friedrich Wilhelm IV. macht erst Zugeständnisse. Nach Schüssen → Barrikadenkämpfe. Beruhigung durch: Verbeugung des Königs vor den Toten, Truppenabzug, liberales Ministerium, Zusage einer Nationalversammlung.
5
Revolution in Wien
Studentenproteste → Rücktritt Metternichs (März 1848). Revolution greift auf den Vielvölkerstaat über: Italien, Böhmen (Slawenkongress Prag), Ungarn (Autonomie). Zeigt: Nationalismus sprengt die Habsburgermonarchie.
6
Frankfurter Nationalversammlung (18.5.1848)
Erstes frei gewähltes gesamtdeutsches Parlament, tagt in der Paulskirche. Aufgabe: Verfassung für ein geeintes Deutschland. „Professorenparlament" – überwiegend Akademiker/Juristen, kaum Handwerker, keine Arbeiter.
7
Fraktionen & Parteienspektrum
Erste politische Fraktionen, benannt nach Gasthäusern: z. B. „Casino" (gemäßigte Liberale), „Café Milani" (Konservative). Sitzordnung (links–rechts) prägt bis heute das Parteienspektrum.
8
Organisation & Schwäche
Präsident: Heinrich von Gagern. Reichsverweser (provisorische Zentralgewalt): Erzherzog Johann. Entscheidende Schwäche: keine eigene Macht, kein Militär → Preußen & Österreich machen weiter eigene Politik.
9
Grundrechte des deutschen Volkes (1848)
Verkündet 27.12.1848: Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungs-/Presse-/Glaubensfreiheit, Versammlungs-/Koalitionsfreiheit, Freizügigkeit, Abschaffung der Standesvorrechte. Wegweisend, wirken später fort.
10
Paulskirchenverfassung (28.3.1849)
Konstitutionelle Erbmonarchie. Reichstag aus Volkshaus (allgemeines, gleiches Männerwahlrecht) + Staatenhaus. Von 28 Staaten anerkannt – trat aber nie in Kraft.
11
Kleindeutsch vs. großdeutsch
Großdeutsch = mit Österreich (Problem: Vielvölkerstaat, zwei Großmächte). Kleindeutsch = ohne Österreich, unter preußischer Führung → setzte sich durch.
12
Das Scheitern (1849)
Friedrich Wilhelm IV. lehnt die Kaiserkrone ab (28.4.1849) – keine Krone „aus der Gosse", nur Gottesgnadentum. Monarchie erstarkt, Militär schlägt die Maiaufstände (Sachsen, Baden, Pfalz) nieder. Rumpfparlament Stuttgart aufgelöst (Juni 1849).
13
Gründe des Scheiterns
Keine Machtmittel (kein Militär) · uneinheitliche Ziele (Liberale vs. Radikale, großdeutsch vs. kleindeutsch) · geringe Akzeptanz des „Professorenparlaments" · lange Debatten statt schneller Entscheidungen · Militär und Beamte bleiben der Monarchie treu.
14
Liberale (Paulskirche)
Mehrheit; Ziel konstitutionelle Monarchie mit Verfassung; getragen vom Bildungs-/Besitzbürgertum. Gemäßigt: Kompromiss mit den Fürsten.
15
Demokraten / Radikale
Linke Fraktionen; Volkssouveränität, Republik, allgemeines Wahlrecht; trugen die Maiaufstände 1849.
16
Nipperdey (Historiker)
Hebt die bleibende Bedeutung der Paulskirchen-Grundrechte hervor – ihrer Zeit voraus, wirken bis ins Grundgesetz fort. Deutet 1848 nicht nur als Scheitern.
17
Siemann (Historiker)
Wolfram Siemann – Standardwerk zur Revolution 1848/49. Deutet sie als ernsthaften, modernen Demokratisierungsversuch, nicht bloß als „gescheiterte Revolution".
18
Karl Marx (Zeitgenosse)
1848 „Kommunistisches Manifest" (mit Engels). Kritik: Die bürgerliche Revolution greife zu kurz; Aufruf zum Klassenkampf des Proletariats → neue, soziale Dimension.
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