03: Organisationstheorien

23 flashcardsby greta
Study these flashcardsFree · spaced repetition · iPhone, Android, Mac & web

All cards

1
Was ist eine Arbeitshandlung?
- kleinste psych. Einheit willentlich gesteuerter Tätigkeiten
- Abgrenzung von Handlungen durch bewusstes Ziel (Antizipation des Handlungsergebnisses)
- selbstständige, abgrenzbare Grundbestandteile der Tätigkeit
2
Grundmerkmale des Handelns
- zielgerichtet (Beseitigung von Diskrepanz zwischen IST und SOLL)
- bewusstseinsfähig
- gegenständlich
- sozial und gesellschaftlich eingebunden
- Handlung als Prozess
- hierarchisch-sequentielle Organisation
3
Handlungstheorie (hierarchisch)
- übergeordnetes Ziel wird durch Planung in zyklische Einheiten zersetzt, deren Ausführung eine Transformation ermöglicht
- die Ergebnisse der Transformation resultieren in Feedback an das Ziel
- gegebenenfalls mehrere Teilziele im Prozess der Ausführung eines großen Ziels (hierarchisch-sequentiell)
- Hacker (Autor) bewertet hierarchisch und sequentiell vollständige Arbeit als persönlichkeitsförderlich
4
Regulationsebenen in Handlungstheorie
- Intellektuelle Regulationsebene (Ziel)
- Ebene der flexiblen Handlungsmuster (Teil-Ziel)
- Sensumotorische Regulation

--> Unterscheidet Routinehandlungen von neuartigen, bewusst zu planenden Handlungen
5
Sensumotorische Ebene
- Prozesse nicht bewusstseinspflichtig, teilw. nicht bewusstseinsfähig (Motorik)
- gesteuert von übergeordneten Instanzen
- Grenze zu physiologischen Prozessen
- gut geübte Tätigkeiten -> Erweiterung der Körperschemata
6
Ebene der flexiblen Handlungsmuster
- steuert Routinehandlungen, greift auf explizites Wissen (gespeichert in flexiblen Schemata) zurück
- flexible Handlungsgrundmuster: weitgehend fertige Pläne, kein mühsames Planen
- bewusstseinsfähig, aber nicht -pflichtig
- Sprache und Signale spielen eine wichtige Rolle
7
Was sind Signale?
- bedeutungshaltige Reize in der Arbeitsumgebung und innerhalb des Arbeitsprozesses -> wirken auf Handlung/subjektive Zustände ein
- identifizierbar, bedeutungsspezifisch und enthält Handlungsanweisung
8
Ablauf einer Handlung aus wissensbasierter Ebene
1. Zielsetzung
2. Intentionsinitiierung -> Aktivierung der Handlungsschemata
3. Handlungsschemata verweisen auf Signale, die die Aktivierung von Unterschemata auslösen
4. je weniger geübt die Handlung ist, desto mehr Aufmerksamkeit ist notwendig
9
intellektuelle Regulationsebene
- planende, handlungsbegleitende und auswertende Denkprozesse: übergeordnete/neuartige Handlungspläne zur Zielerreichung werden entworfen und kontrolliert
- gedächtnismäßig bewusst abrufbare Repräsentation von Erfahrungen, Wissen und Handlungsstrategien -> immer bewusstseinspflichtig
10
Was ist innovatives Handeln?
- Ziel unklar oder unscharf gegeben -> keine a-priori Entwicklung von Unterzielen möglich
- Optionen für das Vorgehen: vermutungsgeleitet (Teillösungen), hypothesengeleitet (Fehlerkorrektur, Reflexion), Ideen schweifen (Assoziationen, Wiederverwertbarkeit von Vorwissen), oppportunistisch (Synthese von Vorwissen und neuer Lösung)
11
Was sind Organisationen?
- soziale Gebilde oder Systeme mit dauerhaften, zeitlich stabilen Zielen
- formale Struktur, die die Aktivitäten der Mitglieder auf die Ziele ausrichtet
- gegenüber der Umwelt offen
12
Ziele von Organisationen
- erstrebenswert, kann nicht (oder nur ineffizient) alleine realisiert werden
- persönliche Ziele vs. Organisationsziele
- können sich zwischen Gruppen von Organisationsmitgliedern unterscheiden -> Zielbildung als Aushandlungsprozess
- operational definiert oder vage formuliert
13
Organisationen als dauerhafter Zusammensschluss
- Formierung einer Organisation nur sinnvoll, wenn Ziele/Zielbündel zeitlich stabil verfolgt werden
- Erhaltung des Zusammenschlusses als eigenständiges Ziel (sekundäre Aufgabe) -> Personalmanagement, ständige Wechsel schaden der Beständigkeit
14
Eigenschaften von Mitgliedern einer Organisation
- Abgrenzung zu nicht-Mitgliedern ggf. schwierig: Beratende, Aktionäre, Kund*innen
- im Kontext von Wirtschaft und Verwaltung (utilitaristisch): Mitgliedschaft beruht auf berechnendem Engagement, Entlohnung und Herrschaftsausübung
- Beziehung zu Org. vertraglichesetzlich geregelt
15
Was ist die formale Struktur einer Organisation?
- Gesamtheit aller formalen Regelungen zur Arbeitsteilung
- Ziel: koordinative Steuerung des Verhaltens der Mitglieder
- Leistungssicherung, Herrschaftssicherung und Legitimitäts-/Erhaltssicherung
16
Klassifizierung der Aktivitäten der Mitglieder
- regelkonform: Aktivitäten im Sinne der Zielvorgaben
- abweichend: Aktivitäten, die nicht direkt mit Rolle/Aufgabe korrespondieren -> interpersonale Beziehung, Beeinflussung durch nicht-mitglieder
17
Warum ist eine Organisation offen gegenüber der Umwelt?
- Ein- und Austritt von Mitgliedern ist erlaubt
- Anforderungen des Wirtschaftssystem und der Gesellschaft an das Zielsystem von Organisationen
- Markt- bzw. Spielfeld bestimmen Aktivitäten mit
- Umweltsektoren: Kultur und Werte, Politik und Gesetze, physikalische Umwelt, Ökonomie, Technologie, soziale Umwelt
18
Dimensionen der Organisationsstruktur
1. Spezialisierung/Arbeitsteilung
2. Koordination
3. Konfiguration (Leitungssystem)
4. Entscheidungsdelegation (Kompetenzverteilung)
5. Formalisierung
19
Spezialisierung
- ganzheitliche Arbeit vs. Arbeitsteilung (nach Funktionen oder Objekten)
- Vorteile: Herrschaftssicherung durch Austauschbarkeit, kurze Einarbeitungszeit, Stellenbildung, billigere Arbeitskräfte da geringe Qualifikationsanforderungen, hohe Geschicklichkeit, eindeutige Zuständigkeitsbereiche und einfache Ursachensuche bei Fehlern
- Nachteile: geringere Motivation und Zufriedenheit, Langeweile, Dequalifizierung, De-Individualisierung, Krankenstand und Absentismus, hoher Koordinationsaufwand -> nur bei Arbeitskräfteüberschuss möglich
20
Koordination - verschiedene Arten + Bewertung
- persönliche Weisung: leicht gestaltbar, aber sehr begrenzt nützlich
- Selbstabstimmung, horizontale Kommunikation: demokratisch und motivierend, aber aufwändig
- Programme, Verfahrensrichtlinien: reduziert Unsicherheit, aber geringe Flexibiliät und Gefahr der Rigidität
- Pläne, periodisch angefertigte Vorgaben: flexibel, sicher, aber Gefahr der Fehlplanung
- nicht strukturiert: Organisationskultur, Standardisierung durch Rollen
21
Konfiguration/Stellengefüge
- Dimensionen: Gliederungstiefe und Leitungsspanne
- Einliniensystem (ein*e Vorgesetzte*r p.P.) vs. Mehrliniensystem
- Linienstellen (Weisungsbefugnis) vs. Stabstellen (Leithilfe ohen Weisungsbefugnis)
22
Was ist Entscheidungsdelegation?
- Recht einer Instanz, nach innen und außen verbindliche Entscheidungen zu treffen -> Entscheidungsbefugnisse
- Instanzen als Entscheidungsträger
23
Arten der Formalisierung
- Strukturformalisierung: schriftliche Fixierung organisatorischer Strukturen wie z.B. Arbeitsplatzbeschreibung
- Informationsformalisierung: Ausmaß, in dem schriftliche Weisungen/Programme/Pläne existieren und Selbstabstimmung schriftlich festgehalten wird
- Leistungsformalisierung: Ausmaß, inwiewet personenbezogene Prozesse in Bezug aus disziplinarische Rechte schriftlich fixiert sind
Study all 23 cards for free