02: Methoden und Grundlagen von Arbeit

13 flashcardsby greta
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1
Spannungsfeld in der AOW-Psychologie
- zwischen Forschenden, Beforschten und Unternehmen
- AOW wird als Handlanger der Wirtschaft gesehen (Vorurteil), aber Gesundheit, Wohlbefinden und Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen stehen im Vordergrund
- Effizienzkriterien spielen eine Rolle, da die Empfehlungen sonst nicht ernst genommen werden
2
Forschungsziele der AOW-Psychologie
- übergeordnetes Ziel: Erleben und Verhalten in Organisationen objektiv und valide beschreiben, messen, erklären und vorhersagen
-Aufklärung: Vorurteile usw. aufdecken, versteckte Prämissen transparent machen, Traditionen und Gewohnheiten infrage stellen, Wünsche von Praktiker*innen am Machbaren und ethisch Vertretbaren prüfen
- Weitere: wissenschaftlich fundierte Beratung, Innovationen für persönlichkeitsförderliche Arbeit, Evaluation von Maßnahmen
3
Ethische Grundhaltung
- Ethos der epistemischen Rationalität: Werte, Grundhaltungen und Normen des wissenschaftlichen Erkenntnisbemühens (ergebnisoffen, öffentlich, korrekt, FAIR, unparteilich und uneigennützig)
Ethos der wissenschaftlichen Verantwortung: gegenseitige Verantwortung der Beteiligten am Forschungsprozess (Mitglieder in Forschungsgruppen sowie Untersuchungsteilnehmer*innen)
4
wissenschaftliche Prinzipien des Erkenntnisgewinns
- qualitatives Forschungsparadigma: Abstraktion und generalisierende Beschreibung, exploratorisch, induktiv/abduktiv neue Hypothesen und Theorien entwickeln -> wichtigste Theorie: Sozialkonstruktivismus
-quantitatives Forschungsparadigma: Hypothesen und deren Anwendung testen, konfirmatorisch, Deduktion, Definition und Messung der Wirklichkeit -> wichtigste Theorie: kritischer Rationalismus
- Versuch, Vorteile beider Paradigmen zu vereinen, in Mixed-Methods-Ansätzen
5
typische Forschungsdesigns und -methoden
- Designs: (Feld-)Experimente, Feldstudien (Querschnitt, Längsschnitt, erlebnisbasiert, Mehrebenen-)
- Datenerhebungsmethoden: physiologisch, schriftliche/mündliche Befragung, Beobachtung, Mixed Methods
6
wissenschaftliche Definition von Arbeit
- zielgerichtete (wirtschaftlich oder organisational), planmäßige menschliche Tätigkeit
- Einsatz körperlicher und geistiger Kräfte sowie unterschiedlicher Ressourcen
- im Rahmen wirtschaftlicher oder organisationaler Prozesse
- unter bestimmten Bedingungen
- Abgrenzung von Freizeitaktivitäten über Dritt-Personen-Kriterium
7
unbezahlte Arbeit, Ehrenamt - Statistiken
- Frauen >18 täglich 1h 19min mehr unbezahlte Arbeit
- 36% engagieren sich ehrenamtlich; durchschnittlich 2h pro Woche
- Geschlechterunterschiede bzgl. Tätigkeit: Männer eher Sport, Frauen Religion/Soziales
8
Industrielle Revolutionen Zeitstrahl
1. 1784: Mechanisierung (erster mechanischer Webstuhl)
2. 1870: Elektrifizierung (erstes Fließband)
3. 1969: Automatisierung (erste speicher-programmierbare Steuerung)
4. 2020: Vernetzung (Industrie 4.0)
9
Arbeit im Wandel der Zeit
- 2.0, während Industrialisierung: Massenproduktion, 80h/Woche, Kinder- und Frauenarbeit, kein Arbeitsschutz oder Absicherung, Mensch als Maschinenteil
- 3.0, nach 2WK: Automatisierung, sozio-technische Systemperspektive, humane Arbeitsgestaltung, Motivationspotentiale, teilautonome Gruppenarbeit (TAG)
- 4.0, Internet of Things: Maschinenbau x innovative Software, Verknüpfung von Produkten und Prozessen, lernfähige Maschinen, exponentielle Zunahme der Komplexität -> Eigenständigkeit, Selbstkontrollanforderungen
10
Herausforderungen der Arbeit 3.0
- Effizienzsteigerung druch Arbeitsteilung und Spezialisierung -> unvollständige Arbeitsaufgaben
- menschliches Bestreben nach Erfüllung in eigener, nach Humankriterien gestalteter Tätigkeit
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New Work und die Mega-Trends
- Arbeit soll als kompetenz- und persönlichkeitsförderndes Element des Lebens den Menschen dienen; Kraft und Energie verleihen anstatt zehren
- Informationszuwachs, Digitalisierung
- Demographischer Wandel
- Globalisierung, Dezentralisierung
- Demokratisierung
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3 Entwicklungen der Arbeit 4.0
- Flexibilisierung und Mobilität -> Entkopplung der Erwerbsarbeit von festen Arbeitszeiten und -orten
- offenere, agilere Organisationsstrukturen und Netzwerkbeziehungen zwischen den Mitarbeitenden
- veränderte Arbeitsbeziehungen zwischen Menschen, zwischen menschen und Robotern und zwischen Arbeitskräften und mehreren Organisationen
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Thesen für die Zukunft der Arbeit
- es gibt Gewinner*innen und Verlierer*innen
- Unternehmensstrukturen verändert -> Führung neu denken
- Boom der Soloselbstständigkeit
- Bedeutungsverlust der Präsenzkultur, aber ständige Erreichbarkeit, Mobilitätsbereitschaft, Entgrenzung und Anforderungen an das Boundary Management sowie Verdichtung der Arbeit
- andere Ansprüche an Arbeit
- Transformation der Gesundheit: Erschöpfung, Rumination (statt Detachment), Schlafprobleme, Belastungsstörungen und Burnout
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