1Lewins Verhaltensformel
Behaviour = f(Person, Environment)
-> P&E bestimmen den gesamten State: Erleben (Gedanken, Gefühle, Motivation) und Verhalten
2Definition States
- Momentaufnahme auf den Dimensionen eines Traits (Erleben und Verhalten)
- Messung über intraindividuell intensive Designs (intensive longitudinal data) -> z.B. Experience Sampling
- Variieren in Intensität und Häufigkeit
3Dynamische Prozesse der Persönlichkeit
- historisch bereits früh interessant, dann aber Fokus auf Traits
- hier: Fokus auf der Beschreibung der Struktur der Persönlichkeit
- Dynamiken und Prozesse, die ABCDs auf der momentanen Ebene erklären
- intraindividuelle Variabilität: situations- und zeitabhängige Fluktuationen
4Definition Dynamiken
siehe Schaubild
- Variable A varriert über Situation und/oder Zeit und wirkt sich durch einen bestimmten Mechanismus auf Variable B aus -> dies ist ein Prozess
- der Prozess bzw. die Relationen darin lassen sich als Funktionen bezeichnen
- Mechanismen, Prozesse und Funktionsweisen -> Dynamiken
5Merkmale von State-Verteilungen
- intra- und interindividuell; idiografisch oder nomothetisch
- Zustände über mehrere Messzeitpunkte
- betonen Strukturen (Mittelwert) und Prozesse (Verteilung über Zeit)
- zeitlich stabil
- durch Traits vorhersagbar; Vorhersagekraft für Erleben und Verhalten
6Fluktuation vs. dauerhafte Veränderung
- State-Variabilität: kurzfristige Persönlichkeitsveränderung; danach Rückkehr zum "Normalzustand"
- Vorübergehende Persönlichkeitsveränderung über Wochen oder Monate, z.B. durch vorübergehend geänderte Lebensumstände -> Rückkehr absehbar
- dauerhafte Persönlichkeitsveränderung durch z.B. Trauma
7Konsistenzdebatte
- Personismus vs. Situationismus
- Argumente Situationismus: fehlende transsituative Konsistenz; Persönlichkeitsbegriff ist eine Funktion; es gibt keine Traits; keine Verhaltensvorhersage durch "Persönlichkeit" (r=.3/.4)
- widerlegt
- Persönlichkeitsbegriff wurde spezifiziert und erweitert
- Situation wird angemessener berücksichtigt
8Transsituative Konsistenz
- absolut: gleiche Verhaltensrohwerte
- relativ: gleiche z-Werte; hohe Korrelation der Verhaltensmessungen; sowohl situationsabhängig als auch personenabhängig
9Effektstärken transsituativer Konsistenz
- Beschreibung durch Aggregation mehrerer Indikatoren durch mehrere Beurteilende in mehreren Situationen -> teilweise r > .30, .40
- Einordnung von Effektstärken für Sozial- und Persönlichkeitspsychologie: klein .1, mittel .2, groß .3, (selten) groß .4
10Einfluss der Situation auf Eigenschaft
- situationsabhängig zeigen sich individuelle Unterschiede mehr oder weniger
- starke, verhaltensvorgebende vs. schwache, persönlichkeitsdominierte Situationen
- Trait Activation Theory: Persönlichkeitsunterschiede zeigen sich v.a. in Situationen, die für die Eigenschaft relevant sind (den Trait aktivieren)
- Unterschiede in Situationsprofilen/Rangreihen dennoch stabil -> wenn, dann
11Intraindividuelle State-Verteilungen
- zwei komplementäre Perspektiven: mittlere Tendenz und Schwankungen
- starke und schwache intraindividuelle Variation möglich
12Interindividuelle Unterschiede in intraindividueller Variabilität
- Neurotizismus korreliert mit starker Variabilität des negativen Affekts
- Neurotizismus (+) und Gewissenhaftigkeit (-) korrelieren mit starker Variabilität von Zieldimensionen
- keine Korrelation zwischen Ausmaß der Big-Five-Variabilität und SWB/Selbstwert
- hohe Variabilität der eingesetzten Selbstkontrollstrategien korreliert mit besserer Selbstkontrolle
13Auswirkungen Counterdispositional Behavior
- extrovertierteres Verhalten als normal: müder, sowohl positiverer als auch negativerer Affekt
- weniger extrovertiertes Verhalten als normal: anstrengender
- gewissenhafteres Verhalten als normal: weniger Erschöpfung, positiverer (und weniger negativer) Affekt -> Gegenteil bei weniger gewissenhaftem Verhalten