02: Persönlichkeit in Alltag, Wissenschaft und Praxis

20 flashcardsby greta
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1
Definition von Persönlichkeit
- Gesamtheit der Persönlichkeitseigenschaften
- individuelle Besonderheiten der körperlichen Erscheinung
- Regelmäßigkeiten im Verhalten und Erleben
2
Definition Persönlichkeit
- innerhalb von Personen (within the individual) -> in Situationen und zeitlich stabil
- bestimmt charakteristisches Verhalten und Denken
- dynamische Organisation: unterschiedliche Charakteristika interagieren miteinander
3
Was ist differentielle Psychologie?
- Differenzen im Erleben und Verhalten
- inter- und intraindividuelle Vergleiche
4
Was ist Persönlichkeitspsychologie?
- Struktur der Persönlichkeit und Einzigartigkeit des Individuums
- allgemein- und differentialpsychologisch möglich
5
Warum wird (im englischsprachigen Raum und in dieser VL) nicht zwischen differentieller und Persönlichkeitspsychologie unterschieden?
Einzigartigkeit der Persönlichkeit eines Menschen ergibt sich nur im Vergleich mit anderen -> im engl. nur "Personality Psychology"
6
Zentrale Fragestellungen der Persönlichkeitspsychologie
- WAS: Wie lässt sich Persönlichkeit beschreiben, erfassen und systematisieren? -> Beschreibung
- WIE kommen Persönlichkeitsunterschiede zustande? -> Erklärung
WOFÜR: Wie beeinflusst Persönlichkeit unser Erleben und Verhalten und life outcomes? -> Vorhersage
7
Alltagsverständnis von Persönlichkeit
- präsent im Sprachgebrauch und Denken von Laien
- Wichtig beim Kennenlernen neuer Leute -> Vorhersagen, Verhalten anpassen
- Alltagspsychologie der Persönlichkeit: System von Überzeugungen und naiven Theorien -> nicht zwingend korrekt
8
Alltagsverständnis: Ursachensuche (Attribution)
- dispositionale vs. situative Erklärungen
- Kulturen unterscheiden sich in bevorzugten Attributionen
- wissenschaftlich: V = f(P,U)
9
Alltagsverständnis: Zusammenhänge
- horizontale vs. vertikale Zusammenhänge
- oft haben Laien falsche Annahmen verinnerlicht
10
Alltagsverständnis: mehrere Persönlichkeiten
- Laien nehmen oft an, dass jede:r mehrere Persönlichkeiten hat -> setzt eine bimodale Verteilung voraus
- Wahrheit: Persönlichkeitsmerkmale sind normalverteilt
- Personen schwanken situationsabhängig innerhalb eines bestimmten Spektrums, haben aber dennoch eine zentrale Tendenz
11
Alltagsverständnis: Persönlichkeitstypen
- schwache empirische Evidenz für typologische Ansätze
- stattdessen eher quantitative Unterschiede -> Persönlichkeitsdimensionen (z.B. Big 5)
12
Prozess wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns
iterativ, offen, progessiv

- Theorie
-> hypothesengeleitete oder explorative Datengewinnung
-> Revision der Theorie
-> erneute Datengewinnung
13
Ziele und Funktion von Persönlichkeitstheorien
- Strukturen und Prozesse operationalisieren
- Determinanten und Veränderungen erfassen
- Vorhersagen tätigen
14
Definition Eigenschaft
- Synonyme: Persönlichkeitsmerkmal, Disposition, Trait
- stabile Tendenzen des Verhaltens und Erlebens
- interindividuell unterschiedlich; interner Faktor
- nicht-pathologisch
15
Traits vs. States
- Traits sind stabil und überdauernd
- States sind situationsabhängige, momentane Zustände
- Traits als Dichteverteilungen von States: wer immer einen eher niedrigen/hohen State erlebt, hat eine niedrige/hohe Trait-Ausprägung
16
idiographischer Ansatz
- individuumszentriert: individuelle Organisation des Verhaltens
- keine Referenzpopulation, sondern man selbst als Vergleichsmaßstab
- kann streng genommen die Persönlichkeit(-seigenschaften) nicht beschreiben
17
nomothetischer Ansatz
- Beschreibung interindividueller Differenzen
- Vergleich mit Referenzpopulation -> Rangreihenpositionen
- zwei Ansätze nach Stern: variablen- oder personenorientiert
18
nomothetischer Ansatz: variablenorientiert
- Variationsforschung eines Merkmals anhand z-transformierter Rangreihen
- Korrelationsforschung mehrerer Merkmale durch bi-/multivariate Korrelationen
19
nomothetischer Ansatz: personenorientiert
- Psychographie mehrerer Merkmale in einem Individuum -> Normierung über Referenzpopulation -> Aussagekraft über Persönlichkeit, da differentiell gemessen
- Komparationsforschung: Vergleich mehrere Individuen in Bezug auf zwei oder mehr Merkmale
20
Cattell's Tridimensional Data Box
- Person x Variable/Merkmal x Occasion/Messangelegenheit -> zeitliche Dimension
- operationalisiert Stabilität (Zeitpunkte) und Konsistenz (Situationen)
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