04+05: Wirkung von Arbeit

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1
zwei Gesichter der Arbeit nach Lewin, 1920
- positive Auswirkungen: Kompetenzerleben, Identitätsbildung, soziale Kontakte, Bedürfnisbefriedigung
- negative Auswirkungen: Stressoren, Beanspruchungsreaktionen, Beeinträchtigung
2
Prädiktoren persönlichkeitsfördernder Arbeit
- ausreichende Aktivität
- Kompetenzen anwenden und erweitern
- selbstständige Auswahl von Arbeitsverfahren, schöpferische Veränderung
- Anerkennung
- soziale Kooperation
3
Outcomes persönlichkeitsfördernder Arbeit
- berufliche, soziale und kognitive Kompetenz
- Spaß an Freizeitaktivitäten, gesellsch. Engagement
- Selbstwirksamkeit, Selbstwert, Arbeits- und Lebenszufriedenheit
- monetäre Aspekte
4
Arbeitsschutz im Laufe der Industrialisierung
- um 1800: Kinder- und Frauenarbeit, ab 4Y, bis zu 14h/d
- 1839: Verbot Kinderarbeit unter 9, darüber "nur" 10h/d
- 1853: Verbot Kinderarbeit <12, 12-14 6h, 14-16 10h, nicht nachts
- 1878: Schonung für Jugendliche und Mütter
- 1891: Frauen <65h/w nur tagsüber, Mutterschutz 6 Wochen, Verbot <13Y
- 1918: tägliche Arbeitszeit 8h
5
mögliche Stressdefinitionen
- Reiz, Reaktion, Transaktion
- negativ oder neutral
- kognitiv emotional oder physiologisch organismisch
- eng oder weit
- subjektiv oder objektiv
- wissenschaftlich vs. Alltags
- immer: Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Leistungsvoraussetzungen -> physiologische Reaktion, persönlich bedeutsam, unangenehm
6
allgemeines Adaptationssyndrom nach Selye
- 1936: Körper reagiert auf alle toxischen Substanzen gleich -> Stress
- Fight or Flight durch Stresshormone, adaptiv für lebensbedrohliche Situationen
- Stadien: Alarmreaktion -> Widerstandsstadium -> Erschöpfung (wenn STress nicht abgebaut werden kann: kardiovaskuläre Erkrankungen)
7
Zeitverlauf von Stress und Aktivierung im Arbeitskontext
- normal: Aktivierung während Arbeitszeit, Deaktivierung nach Feierabend
- Überaktivierung während Arbeitszeit möglich
- unzureichende Erholung (Unwinding), wenn Deaktivierung nach Feierabend nicht erfolgt -> +Hormonspiegel, +Dauer bis tiefster Blutdruckwert nachts, + Reizbargkeit, - Familienleben
8
Situative Handlungsfähigkeit unter Stress
- die maximale Leistungsfähigkeit steigt durch Stress
- bei leichtem Stress kann ein Großteil der neuen Leistungsfähigkeit für die Aufgabenbewältigung genutzt werden; nur ein kleiner Teil wird für die Bewältigung von Stressemotionen gebraucht
- bei starkem Stress: viel Bewältigung der Emotionen, wenig Aufgabenbewältigung
9
Allostatic Load nach Seemann, 2010
- regulatorische Prozesse: Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System, Sympathikus-Nebennierenmark-System, kardiovaskulär, metabolisch
- Überlastung bei Dysregulation bzw. keiner guten Anpassung
- mögliche Verläufe: normal, repeated hits, lack of adaption, prolonged response, inadequate response
10
Transaktionales Stressmodell nach Lazarus und Folkman, 1984
- Situation -> primäre Bewertung des Ereignisses sowie sekundäre Bewertung der Bewältigungsfähigkeiten und -möglichkeiten
- Bewältigung
- Neubewertung primär und sekundär
11
Job Demans-Control Modell nach Karasek, 1979
- Strain-Hypothese: hohe Anforderungen haben nur negative Auswirkungen, wenn die Kontrolle gering ist
- Dimensionen: Job demands und Job decision latitude (Handlungsspielräume)
- (--): passiver Job, (-+): ruhiger Job, (++): aktiver Job, (+-): Stress-Job, high strain
- Erweiterung durch Dimension support möglich, dann bei - und (+-): gefährliche Arbeit und bei + sowie hohe Kontrolle: gesunde Arbeit
12
Job-Demans-Resources Modell nach Demerouti (2001) und Bakker (2007)
- Stressoren steigern Strain -> schlechtere Ergebnisse
- Ressourcen steigern Motivation und Engagement und reduzieren Strain -> bessere Ergebnisse
13
Warum sind Ressourcen so wirkmächtig? (Zapf & Semmer, 2004)
- indirekter Effekt auf Stressoren
- puffernde Einflüsse auf Bewertung des Stressors (Sicherheitssignal) und Stressbewältigung (Strategien)
- direkter Effekt auf Stressfolgen
14
Challenge und Hindrance Demans (Van den Broeck, 2010)
- Hindrance Stressoren sind unnötige Aspekte, die den Arbeistprozess erschweren, teilw. nicht bewältigbar sind und die Ziellerreichung behindern -> steigern Strain
- Challange Stressoren sind legitime Aspekte, die mit Belohnungen sowie persönlich wichtigen Zielen verbunden sind und bewältigt werden können -> steigern Strain, können aber auch Motivation und Engagement steigern
15
Conservation of Resources (Hobfoll, 2018)
- Stress entsteht durch tatsächlichen oder antizipierten Ressourcenverlust sowie ausbleibendem Zugewinn -> Verlust ist salienter als Gewinn (Loss cycle)
- Ressourcen können für den Schutz des Ressourcenpools investiert werden
- Gain spiral: bei Verlusten steigt die Bedeutsamkeit von Gewinnen, die aber langsamer und schwächer sind
16
Modell beruflicher Gratifikationskrisen (Siegrist, 2002)
- Gleichgewicht zwischen Anstrengung (Anforderungen, Motivation) und Belohnung nötig
- bei Ungleichgewicht erhöhtes Krankeits-Risiko
17
kurzfristige Beanspruchungsreaktionen
- psychische Ermüdung: Schutzhemmung der Leistungsbereitschaft, Konzentrations- und Motivationsabnahme, Müdigkeit, schnellerer Puls und flache Atmung
- Monotonieerleben: herabgesetzte physiologische Aktiviertheit, langsamer Puls und flache Atmung, Müdigkeit, Interessenlosigkeit, Aufmerksamkeitsbindung
- Langeweile durch wenig motivierende Tätigkeit, keine Aufmerksamkeitsbindung
18
Begriffe Work-Life-Balance
- Spillover und Crossover (interpersonal)
- Neutralitätshypothese, Generalisationshypothese (!), Kompensationshypothese, Kongruenzhypothese (Drittvariable), Interaktionshypothese
19
Mittelfristige Stressfolgen
- Aufwandssteigerung, Veränderung des Vorgehens, Veränderung von Zielen
- emotionale Erschöpfung, Depersonalisation/Zynismus, reduzierte Leistungserfüllung -> Burnout
20
langfristige Stressfolgen
- psychische Beeinträchtigungen, psychosomatische Beschwerden
- beeinträchtigtes Gesundheitsverhalten
- sozialer Rückzug
- Leistungseinbußen
- verminderte Identifikation mit der Org.
- beeinträchtigte Stressrraktion (z.B. Unwinding)
21
Teufelskreis Stress
- Stress -> ineffiziente Arbeitsweise
- Einschränkung des Handlungsspielraums
- zerstört soziale Unterstützung
- Erkrankungen, falsches gesundheitliches Verhalten -> Zusatzbelastung
22
Was ist Erholung?
- Funktionssysteme in Ausgangsszustand. Wiederherstellung Leistungsfähigkeit
- Veränderungen in physiologischen Parametern
- Verbesserung des Befindens
- psychologische Erholungserfahrungen: Abschalten/Detachment, Entspannung, Aktivitäten/Mastery-Erlebnisse, Kontrolle über Freizeit
23
Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie
- Hygienefaktoren (äußere Arbeitsbedingungen) ermöglichen Unzufriedenheit -> Neutralität
- Motivatoren ermöglichen Neutralität -> Zufriedenheit
24
Selbstbestimmungstheorie
- keine Motivation -> kein Handeln
- extrinsische Motivation -> Handeln müssen -> gesteuertes, verinnerlichtes oder identifiziertes Handeln
- intrinsische Motivation -> handeln möchten -> intrinsisch motiviertes Handeln
25
SMART-Ziele
Spcific
Measurable
Achievable
Relevant
Time-based
26
Strategien zur Aufrechterhaltung der Motivation
- Aufmerksamkeitskontrolle
- Motivationskontrolle, Emotionskontrolle
- Misserfolgskontrolle Umweltkontrolle
- sparsame Planung
27
Arbeitszufriedenheit
- angenehmer Zustand der Bedürfnis- und Zielbefriedigung
- kognitiv: soll-ist-Vergleich
- affektiv, Handlungskomponente (Leistungsbereitschaft)
- Outcomes: Leistung, Engagement, Kündigung, Absentismus
28
Organisationale Verbundenheit, Commitment
- Bewertungskomponente: Verbundenheit mit Zielen
- Affektive Komponente: Verbundenheitsgefühl
- Verhaltenskomponente: Handeln im Sinne der Org.
- Orten: normativ, affektiv, fortsetzungsbezogen
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