07: Selbstkonzept, narrative Identität und Wohlbefinden

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1
Definition Selbstkonzept
- mentale Repräsentation der eigenen Person
- Wissen/Überzeugungen über und Einstellungen zur eigenen Person
- autobiographische Informationen sowie Selbstbild der eigenen Merkmale
- universale Anteile (geteilt innerhalb einer Kultur) und individuell charakteristisches Wissen (als Persönlichkeitsmerkmal)
- zeitlich stabil und situationsunabhängig
2
Messung des Selbstkonzepts
- Selbstbericht von Eigenschaften -> davon 50% der Varianz valide
- Selbstwert: eher positive/negative Bewertung der eigenen Persönlichkeit oder Einstellung zu sich selbst -> weniger stabil als eindeutig evaluative Anteile, da stimmungsabhängiger
3
Wie entsteht das Selbstkonzept?
- Selbstwahrnehmung und -erinnerung
- soziales Spiegeln (Fremdwahrnehmung)
- soziale Vergleiche (s. Big-Fish-Little-Pond-Effekt)
4
Ursachen für ein verzerrtes Selbstkonzept
- selektive Rückmeldung
- selektive Wahrnehmung oder Informationsverarbeitung: erwartungsgesteuert (Bestätigung des Selbstkonzepts), motivationsgesteuert (selbstwertdienlich), oder von anderen Umständen gelenkt (z.B. neigen depressive Personen zu Selbstunterschätzung)
5
Outcomes von Selbstkonzept und -wert
- Depressivität und Selbstwert beeinflussen sich gegenseitig -> stärkerer Effekt von Selbstwert auf Depressivität
- gegenseitige, gleich starke Beeinflussung von Selbstwert und der Qualität sozialer Beziehungen
- akademisches Selbstkonzept von 10.-klässlern sagt Bildungsgrad nach 5 Jahren besser vorher als Schulnoten, Intelligenz oder sozioökonomischer Status
6
McAdams: drei Persönlichkeitsebenen
1. Traits, Dispositionen; das Selbst als sozialer Agent-> 2-3LJ
2. charakteristische Adaptionen; das Selbst als motivierter Agent -> 7-9LJ; veränderbar
3. narrative Identität; das Selbst als autobiographischer Autor -> 15-25LJ; lebenslange Veränderung
7
Definition narrative Identität
- Bewertung und Interpretation der Vergangenheit und Gegenwart -> Vorhersagen
- Erleben temporaler Kontinuität des Selbst
- selektiv orientiert an wichtigen Lebensereignissen (bes. negative Ereignisse verlangen nach Erklärungen)
- inegrativ, stetige Veränderung
- Sinngebung
- individuelle Unterschiede in Struktur und Inhalt

--> Messung in strukturiertem Interview, in dem das Leben als Buch mit versch. Kapiteln beschrieben wird -> Kodiersysteme für typische Themen und Strukturen (Redemption, Kontamination)
8
Messung der narrativen Identität
- strukturiertes Interview: Leben als Buch mit 8 Kapiteln (Höhe-, Tief- und Wendepunkt; frühste Erinnerung; wichtigste Szene in Kindheit, Adoleszenz und Erwachsenenalter; andere wichtige Szene)
- Kodiersysteme für typsiche Inhalte (Agency und Communion) und Strukturen (Redemption und Kontamination)
9
Definition subjektives Wohlbefinden
- subjektive Ansichten und Gefühle darüber, wie gut das eigene Leben läuft
- eudamonisch (Selbstverwirklichung, Authentizität, Sinnhaftigkeit) oder hedonisch (kognitives, d.h. Lebenszufriedenheit, und affektives Wohlbefinden)
10
Determinanten von subjektivem Wohlbefinden
- Familienstand, soziale Beziehungen
- Einkommen, hierbei aber (entgegen der generellen Tendenz) ein Sättigungseffekt: unglücklichste 15% werden nach einem Einkommen von 100.000$ nicht mehr glücklicher - Einkommenszuwachs auf nationaler Ebene (nicht, wenn die Einkommensungleichheit ebenfalls wächst)
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Einordnung SWB als Persönlichkeitsmerkmal
- Korrelation mit anderen Persönlichkeitsmerkmalen, insb. Neurotizismus (-) und Extraversion (+)
- Heritabilität von 30-50%
- hohe Stabilität, aber nicht über sehr lange Zeitspannen (20-25J)
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Lebensereignisse und Lebenszufriedenheit
innerhalb von 3 Jahren nach dem Ereignis:
- Arbeitslosigkeit -> -
- neuer Partner, Zusammenziehen und Heiraten -> +
- Frauen: Scheidung, Geburt -> +
- Abfall, aber (weitestgehende) Erholung nach dem Tod der Eltern, des Kindes oder des Partners
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