Bildung 1

50 flashcardsby Rin
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1. Wie definiert Jörg Zirfas den Kern des Bildungsbegriffs (2011)?
Bildung bezeichnet das Wechselverhältnis zwischen einem Einzelnen und einem Allgemeinen, verstanden als Subjektivierung objektiver Sachverhalte und Objektivierung subjektiver Gegebenheiten, das im Unterschied zum Erziehungsbegriff die Seite des Einzelnen betont [Zirfas 2011, S. 14].
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2. Worin besteht die funktionale Dichotomie des Bildungsbegriffs nach Zirfas?
Der Bildungsbegriff verbindet Deskription (empirischer Selbst-Formungsprozess des Menschen) mit Normativität (kontrafaktisches Leitbild vom Sinn und Zweck des Daseins) [Zirfas 2011, S. 14].
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3. Welche vier Erscheinungsformen von Bildung unterscheidet Zirfas?
1. Bildungs-Prozesse (transformatorische Differenzen), 2. Bildungs-Resultate (mimetisch erworbene habituelle Prägungen), 3. Bildungs-Stoffe (Curricula, Kanon) und 4. Bildungs-Voraussetzungen (kulturelle, ökonomische und soziale Bedingungen) [Zirfas 2011, S. 14].
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4. Wie gliedert sich die klassische Trias der Bildungsinhalte nach Zirfas?
In theoretische Bildung (gesetzmäßige Erfassung der Dinge), praktische Bildung (Zwecke und Mittel moralischen Handelns) und ästhetische Bildung (Wahrnehmung und performative Darstellung) [Zirfas 2011, S. 14].
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5. Welche fünf strukturellen Dimensionen des Bildungsbegriffs führt Zirfas an?
Formale Bildung (Kompetenzen, Verfahren), materiale Bildung (Wissen, Kanon), kategoriale Bildung (Dialektik von Wissen und Können), biographische/institutionelle Bildung (lebenslanger Lernprozess) und utopische Bildung (Idee einer humanen Gesellschaft) [Zirfas 2011, S. 15].
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6. Was beinhaltet der antike „Pädagogische Ternar“ im Rahmen der Paideia?
Das Zusammenspiel aus den dreifachen Bildungsvoraussetzungen: Anlage (Natur), Übung (Praxis) und Belehrung (Unterricht) [Zirfas 2011, S. 15–16].
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7. Welches anthropologische Ideal drückt die römische Formel der „cultura animi“ aus?
Die Kultivierung des menschlichen Geistes bzw. der Seele in direkter Analogie zur Bearbeitung und Pflege des Ackerbodens (cultura agri) [Zirfas 2011, S. 16].
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8. Welches Bildungsziel bestimmte die christlich-mittelalterliche Pädagogik?
Die Erreichung der Gottähnlichkeit (imago dei) durch das „Entbilden“ von allen menschlichen Unzulänglichkeiten [Zirfas 2011, S. 16].
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9. Worin unterscheidet Kant das Bildungsideal der Philanthropen von seinem eigenen?
Die Philanthropen bilden den Menschen nützlich-utilitaristisch zum geschickten Bürger; Kant verlangt, dass der Bürger zum sittlich-mündigen Menschen gebildet werden muss [Zirfas 2011, S. 16].
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10. Welche zwei Grundvoraussetzungen verlangt Wilhelm von Humboldt für das Gelingen von Bildung?
Freiheit der Individuen und eine Mannigfaltigkeit der Situationen bzw. Eindrücke [Zirfas 2011, S. 17].
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11. Welche drei Grundelemente machen das Bildungsmodell von Wolfgang Klafki aus?
Die Befähigung zur vernünftigen Selbstbestimmung, zur gesellschaftlichen Mitbestimmung/Partizipation und zur universalen Solidarität [Zirfas 2011, S. 17–18].
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12. Was versteht Klafki unter Allgemeinbildung im Medium des Allgemeinen?
Die kritische Auseinandersetzung der Heranwachsenden mit den epochaltypischen Schlüsselproblemen der Gegenwart und Zukunft (z. B. Friedenssicherung, Ökologie, Ungleichheit) [Zirfas 2011, S. 18].
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13. Welche sechs Bildungsmaßstäbe formuliert Hartmut von Hentig (1999)?
1. Abscheu vor Unmenschlichkeit, 2. Wahrnehmung von Glück, 3. Verständigungsbereitschaft, 4. Geschichtsbewusstsein, 5. Wachheit für letzte Fragen und 6. Verantwortung in der res publica [Zirfas 2011, S. 18].
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14. Wie hat sich die vergleichende Negativfigur der Bildungsbenachteiligung seit den 1960er Jahren gewandelt?
Vom „katholischen Arbeiter-Mädchen vom Lande“ (1960er) hin zum „Migrantensohn aus der bildungsfernen Familie in der Stadt“ (Gegenwart) [Zirfas 2011, S. 19].
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15. Warum verlangt Franz E. Weinert den Übergang von einem Vorrats- zu einem Erneuerungsmodell des Bildungs- und Schulwesens?
Weil die wissenschaftlich-technische Wissenstransformation (Halbwertzeit von ca. 5 Jahren) das lebenslange Lernen erzwingt, sodass Schule primär die Voraussetzungen zum Neuerwerb von Wissen schaffen muss [Weinert 2000, S. 1–2].
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16. Welches gesellschaftlich-ökonomische Problem erfordert laut Weinert die Anhebung des Qualifikationsniveaus breiter Schichten?
Durch Automatisierung und Elektronisierung brechen unqualifizierte Arbeitsplätze weg, sodass das Bildungsniveau breiter Massen oberhalb naturgegebener Intelligenzschwellen gehoben werden muss [Weinert 2000, S. 2].
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17. Warum unterscheidet sich die schulsystemische Evaluation grundlegend von betriebswirtschaftlichen Untersuchungen?
Während Wirtschaftsevaluationen Produktivität und Kosten messen, um Ressourcen umzuverteilen, verpflichtet Schul-Evaluation den Staat verfassungsrechtlich dazu, benachteiligte Schulen gezielt durch besseren Unterricht zu fördern [Weinert 2000, S. 3].
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18. Welches ist laut Weinert das erste und wichtigste Bildungsziel der Schule?
Der systematische Erwerb intelligenten Wissens [Weinert 2000, S. 3–5].
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19. Was versteht Weinert unter „intelligentem Wissen“?
Ein wohlstrukturiertes, bedeutungshaltiges, disziplinär und lebenspraktisch vernetztes System flexibel nutzbarer Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und metakognitiver Kompetenzen [Weinert 2000, S. 3–5].
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20. Kann mangelndes inhaltliches Vorwissen durch formale Techniken des „Lernen lernens“ ersetzt werden?
Nein, kognitionswissenschaftlich ist erwiesen, dass formale Lernstrategien ohne ausreichendes inhaltliches Vorwissen wirkungslos bleiben [Weinert 2000, S. 4].
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21. Welche Unterrichtsmethode fordert Weinert für den Erwerb intelligenten Wissens?
Einen systematischen, lehrergesteuerten, aber schülerzentrierten Unterricht, der gezielt an der diagnostizierten Vorwissensbasis der Schüler ansetzt [Weinert 2000, S. 4–5].
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22. Welchen Lerntransfer erfordert das zweite Bildungsziel, der Erwerb anwendungsfähigen Wissens?
Einen horizontalen Lerntransfer, der das systematische Fachwissen mit der Eigengesetzlichkeit realer Anwendungssituationen verbindet [Weinert 2000, S. 5–6].
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23. Welches methodische Element ist für den Erwerb anwendungsfähigen Wissens zwingend erforderlich?
Der ergänzende Einsatz von Projektunterricht mit sinnvollen, komplexen und transdisziplinären Problemstellungen [Weinert 2000, S. 5–6].
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24. Wie unterscheidet Weinert konkrete von abstrakten Schlüsselqualifikationen?
Konkrete Schlüsselqualifikationen (z. B. mündlicher Ausdruck, Fremdsprachen, Medienkompetenz) sind direkt lehrbar; abstrakte Qualifikationen (z. B. Autonomie, Toleranz) stellen persönliche Eigenarten dar, die sich kaum direkt unterrichten lassen [Weinert 2000, S. 6–7].
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25. Was ist das Kernziel des vierten Bildungsziels („Lernen lernen“ / Lernkompetenz)?
Die Schülerinnen und Schüler sollen im Laufe der Schulzeit zu kompetenten Experten ihres eigenen Lernens ausgebildet werden [Weinert 2000, S. 7–8].
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26. Welcher methodische Schritt ist im Unterricht notwendig, um Lernkompetenz aufzubauen?
Kurze metakognitive Reflexionsstunden nach Unterrichtseinheiten, in denen Lernwege, Gedächtnisregeln und Lernstrategien explizit analysiert werden [Weinert 2000, S. 7–8].
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27. Wieviel Unterrichtszeit sollte laut Weinert für angeleitete Gruppenarbeit zur Förderung sozialer Kompetenz reserviert werden?
Ca. 10 bis 15 % der regulären Unterrichtszeit [Weinert 2000, S. 8–9].
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28. Wie werden Wertorientierungen nach Weinerts sechstem Bildungsziel primär erworben?
Nicht durch speziellen Gesinnungsunterricht, sondern durch das Miterleben einer lebendigen, regelgeleiteten Schulkultur und Wertgemeinschaft [Weinert 2000, S. 9–10].
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29. Warum weist Weinert die „zynische Position“ von Herrnstein & Murray (The Bell Curve) zurück?
Weil die biologisch-genetische Festlegung von Begabungschancen pädagogisch unakzeptabel ist; gerade weniger begabte Schüler benötigen die maximale Optimierung der Lernprozesse durch guten Unterricht [Weinert 2000, S. 10–11].
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30. Worin unterscheidet sich der klassische Bildungsbegriff im Sinne Humboldts vom modernen Kompetenzbegriff (ISB 2006)?
Humboldt fasst Bildung als zweckfreien Selbstwert der Persönlichkeitsentfaltung; beim Kompetenzbegriff steht die funktionale Anwendbarkeit von Kenntnissen zur Problemlösung im Vordergrund [ISB 2006, S. 1].
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31. Wie lautet die Standarddefinition von Kompetenz nach Franz E. Weinert (2001)?
Kompetenzen sind die bei Individuen verfügbaren oder erlernbaren kognitiven Fähigkeiten/Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften, um Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortlich zu nutzen [ISB 2006, S. 1].
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32. Wie unterscheidet das ISB den Begriff der Kompetenz von dem der Qualifikation?
Kompetenz beschreibt individuelle, personenbezogene Handlungsfähigkeiten; Qualifikation drückt die personenunabhängige Eignung bzw. den formellen Nachweis (Zertifikat/Berechtigung) zur Ausübung einer Tätigkeit aus [ISB 2006, S. 1–2].
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33. Welches sind die vier klassischen Kompetenzdimensionen nach den KMK-Bildungsstandards (2004)?
1. Selbst-/Personal- bzw. Humankompetenz, 2. Sozialkompetenz, 3. Methodenkompetenz und 4. Sach- bzw. Fachkompetenz [ISB 2006, S. 2].
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34. Was versteht man unter der leitzielgebenden „Handlungskompetenz“ in der Berufsbildung?
Die Bereitschaft und Befähigung des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten [ISB 2006, S. 2].
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35. Welche drei Selektionskriterien definiert das DeSeCo-Programm der OECD für Schlüsselkompetenzen?
1. Beitrag zum individuellen und gesellschaftlichen Erfolg, 2. Anwendbarkeit zur Bewältigung komplexer Herausforderungen in vielen Kontexten und 3. Bedeutung für alle Individuen [ISB 2006, S. 3].
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36. Aus welchen zwei Grundkomponenten setzen sich fachdidaktische Kompetenzmodelle zusammen?
Aus Kompetenzbereichen (fächerspezifische Teildimensionen, z. B. Lesen/Schreiben) und empirisch überprüfbaren Kompetenzstufen (Niveaustufen der Leistungsanforderung) [ISB 2006, S. 3–4].
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37. Welche verfassungsrechtliche Grundnorm setzt Art. 131 Abs. 1 der Bayerischen Verfassung für alle Schulen?
Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern zwingend auch Herz und Charakter bilden [ISB 2016, S. 10].
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38. Welche Doppelfunktion besitzen staatliche Bildungs- und Erziehungsziele aus rechtlicher Sicht (Lutz R. Reuter)?
Eine abgrenzende Funktion (Verbot von Gewaltverherrlichung, Indoktrination, Einseitigkeit) und eine anleitende Funktion (Inspiration und Rahmennorm für Lehrpläne) [ISB 2016, S. 11–12].
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39. Wie beschreibt das Bundesverfassungsgericht (2015) das Verhältnis zwischen Elternrecht und staatlichem Erziehungsauftrag?
Der staatliche Erziehungsauftrag (Art. 7 Abs. 1 GG / Art. 131 BayVerf) ist dem elterlichen Erziehungsrecht (Art. 6 Abs. 2 GG) nicht nach- sondern gleichgeordnet; Erziehung im Schulwesen ist eine gemeinsame Aufgabe [ISB 2016, S. 11].
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40. Welche sieben Obersten Bildungsziele sind in Art. 131 der Bayerischen Verfassung verankert?
1. Ehrfurcht vor Gott / Toleranz, 2. Würde des Menschen, 3. Aufgeschlossenheit für das Wahre, Gute und Schöne, 4. Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, 5. Geist der Demokratie, 6. Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk, 7. Geist der Völkerverständigung [ISB 2016, S. 23–42].
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41. Wie vereinbart sich das Erziehungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ mit dem staatlichen Neutralitätsgebot?
Es dient als Orientierung an transzendenten Grundwerten unter striktem Indoktrinationsverbot; der konfessionelle Religionsunterricht ist verfassungsrechtlich verankert, lässt aber das neutrale Ersatzfach Ethik zu [ISB 2016, S. 25].
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42. Welche Funktion erfüllt die antik-humanistische Trias des Wahren, Guten und Schönen im LehrplanPLUS?
Sie liefert einen Orientierungsrahmen für ganzheitliche Persönlichkeitsentfaltung und Werterkenntnis, insbesondere im Rahmen der künstlerisch-kulturellen Bildung [ISB 2016, S. 30].
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43. Was beinhaltet das übergreifende Bildungsziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)?
Die gleichzeitige und synchrone Abwägung von drei Zieldimensionen: ökonomische Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verträglichkeit im globalen Kontext [ISB 2016, S. 33].
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44. Aus welchen fünf verknüpften Kapiteln baut sich der bayerische LehrplanPLUS auf?
Kapitel 1: Bildungsauftrag der Schulart, Kapitel 2: Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele (FÜZ), Kapitel 3: Fachprofil, Kapitel 4: Grundlegende Kompetenzen (Jahrgangsstufenprofil), Kapitel 5: Fachlehrpläne [ISB 2016, S. 19–20].
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45. Wie lautet der offizielle bayerische Kompetenzbegriff im LehrplanPLUS?
Kompetent ist eine Person, wenn sie bereit ist, neue Aufgabenstellungen zu lösen, und dies auch kann, indem sie Wissen/Fähigkeiten erfolgreich abruft, vor dem Hintergrund von Werthaltungen reflektiert sowie verantwortlich einsetzt [ISB 2016, S. 21].
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46. Warum benötigt ein demokratischer Staat öffentliche Erziehungs- und Bildungsziele (Hermann Giesecke 2004)?
Um gegenüber dem Steuerzahler die Aufgaben des kostenintensiven Bildungswesens zu legitimieren und gesellschaftlich konsensfähige Rahmennormen bereitzustellen [Giesecke 2004, S. 94].
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47. Welche politische Funktion erfüllen allgemein formulierte Bildungsziele im Schulalltag?
Sie fungieren als normative Orientierungsleitlinien, an denen alle Beteiligten (Lehrkräfte, Eltern, Schüler) ihre Argumente im Konfliktfall messen müssen [Giesecke 2004, S. 95–96].
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48. Wie definiert Immanuel Kant in „Was ist Aufklärung?“ den Begriff der Mündigkeit?
Mündigkeit ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, d. h. dem Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen [Giesecke 2004, S. 97].
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49. Worin unterscheidet sich der Zielbegriff der Partizipation von dem der Mündigkeit nach Giesecke?
Mündigkeit beinhaltet einen gesellschaftskritischen Impetus zur Überprüfung von Zuständen; Partizipation hebt primär auf das funktionale Recht zur formalen Beteiligung an bestehenden Institutionen ab [Giesecke 2004, S. 97–98].
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50. Wie versteht der Begriff der Emanzipation den Weg zur Mündigkeit?
Emanzipation begreift Mündigkeit als historischen Prozess zur schrittweisen Beseitigung materieller, politischer und kultureller Bedingungen gesellschaftlicher Ungleichheit [Giesecke 2004, S. 98–99].
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